Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
207
Einzelbild herunterladen
 

2O7

stillt

s»

iq

örslif

B,

M

>!>kli

tiill

III. TSeil. 6qster Brief.

keine so absolute Gewißheit seines Willenshaben sollen; und die vorsichtig wandeln,verlangen solche auch nicht; sie sehen aufGOtt, und nicht aus ihr Thun, um in dem-selben ihre Stütze oder Gerechtigkeit zu suchen.

Vornehmlich aber, wie ich droben schonangemerket habe, so kann GOtt in solchenNebensachen und Umständen zur einen Zeitso, zur andern anders führen, da inzwi-schen die Hauptsache unverändert fest bleibet;wobei ich dennoch dieses im Vorbeigehenbemerke, daß die Seele auch in äußeren undNebensachen nicht so leicht, eine merklicheAenderung in dem, was sie vorher erkannt hat,vornehmen müße, es sei) ihr denn entweder ininniger Stille vor GOtt, oder durch Ratheines Erleuchteten, das Wohlgefallen GOttesdarin klar geworden, weil zur Zeit innererProben, Dürre und Dunkelheit, da die Seeleimmer argwohnet, sie möchte es wo versehen,oder in einem oder andern nicht recht ma-chen, der Versucher leicht dahinter her ist,das zappelnde Gemüth auf allerhand und bis-weilen auf wichtige Aenderungen zu führen ;wodurch schon manche edle Seele großenSchaden bekommen, oder gar sich einer ge-nauen Führung GOttes entrissen hat. Nur,was die leibliche Arbeit anlanget, da hatman keine neue Gewißheit göttlichen Wil-lens vonnöthen, sondern weil solche ein aus-gedruckter klarer Wille GOttes ist, so ist eS

genug,