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IH. Theil. 6zster Brief.
Der Glaube der innigen Liebesgegen-warr GOtres, und der Srnn, ganz fürIhn zu seyn, muß bei allem Gebet!) zumGrunde liegen. Und wenn man sich nichtvon der Gnade auf eine andere Weise zuvorgekommen findet, dann ists gut, daß mansich anfangs in diesem Glauben und in die-sem Sinn auf eine berzliche und emsäirrgeweise zu erneuren suchet, alle geschaffeneVorwürfe da laßend, um mit der Ganzheitseines Herzens und seiner Liebe sich zu demG-Ott zu wenden, den man so nahe drinnenzu seyn glaubet, und ibn als seinen Freundund Schatz im Glauben zu lieben und zuumfassen. Uebrigens bandelt man mit GOtt,wie mit einem Freunde, mit welchem manohne Kunst und Zeremonie umgehet, da mansagt, was man auf dem Herzen hat, undwozu die Liebe bewegen möchte. Den Glau-ben laß im Geberh und allezeit deinen Grundseyn, worauf du bauest, und die Liebe dei-ne Führung. Glaube GOtt eben so nahe,eben so anbetbungs- und liebenswürdig,^ann du nichts davon stehest oder fühlest,als wenn er dir Licht und Empfindung giebet;und danke ihm eben so herzlich, wenn dudie Zeit des Gebetbs in Dürre und wider-williger Verftreuung zugebracht, als wenndu viel genossen hättest; nur daß du sok esnicht wissentlich verursachest, denn GOtt zucontentiren ist eine wahre Seligkeit für emeliebende Seele.
! N 2 Lilles,