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Geistliche Briefe.
Auf dein Letzteres sage mit Wenigem,daß weil ich nicht bei dir bin, und mit Zuse-hen kann, wann und was du zu thun hast,so kann dir auch so präcis nicht die Zeitenzur Absonderung vorschreiben. Ueberhauptwill ich so viel rathen: Nimm täglich zwei-dreimal eine halbe Stunde dazu, etwa Mor-gens, Mittags und Abends. Nachdem sichsmit deinen Affairen am füglichsien schickt,kannst du die pracise Stunden selber ordnen,und nach einiger Zeit (nach Belieben) andereStunden nehmen, damit man nicht unver-merkt etwas in diese Stunden setze. BeimAufstehen bekhet man GOttes Liebesgegen-wart an, und opfert sich ihm kürzlich aberherzlich zum wahren Eigenthum auf; undnachdem man sich dann weiter fertig gemacht,und etwa das Nötigste im Hause gethan,so kein Auffchieben leidet, und im Gebethstören möchte; so kann man dann eine Zeitzur Absonderung nehmen. Etwa kurz vorMittag, oder auch, wann sichs besser schickt,Nachmittag, nimmt man wieder ein halbStündchen: immeämr nach dem Essen schicktsichs so gut nicht. Und Abends kannst dudich wieder eine Zeit setzen, und entweder miteiner gar kurzen Lesung einer saftigen Wahr-heit, zum Anfang dich was präpariren, odersonst nur der Gnade folgen, wenn du dichmit einer Andacht, Sammlung, innigenBegierde, oder einem Liebeseindruck zuvor-gekommen fändest.
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