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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
196
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Geistliche Briefe.

Alles, was GOtt von dir will, undauch die Wahrnehmung der Zeiten zur Ab-sonderung , mußt du zwar pünktlich in Achtzu nehmen suchen; aber die Liebe mußt duin allem zur Führerinn erwählen; ich will sa-gen , daß du kein Ding, es mag seyn wiees wolle, nur bloßhin aus Gewohnheit, ausnatürlicher Inklination, oder weil du es thmmußr, verrichtest, sondern aus Liebe zu GOtt;nicht just durch einen empfindlichen Trieb derLiebe, den du dir nicht geben kannst, sondernmit der lautern einfältigen Absicht, daß dues wollest thun, laßen, oder leiden, um dei-nem GOtt darin zu gefallen, ihm zu liebund Ehren. Diese Licbesintention, wozuman sich kindlich aufwecket in den Anfängen,macht das Geringste groß, und das Schwerstesüß und angenehm.

Schließlich, liebe GOtt, der dich gelie-bet hat in Christo, und denke an nichts,als nur, wie du ihn lieben, und ihm gefal-len mögest. Laß aber bei Leibe den Muchnicht sinken bei Erfahrung deiner Fehlerund Gebrechen, sondern laß dich dadurch soviel mehr dringen, dich selbst zu verlaßen,und JEsum in dir leben zu laßen, der allemdie Quelle der Heiligkeit ist. Ich grüßedich, und beide deine Schwestern herzlich,und bleibe

Euer

Mülbeirn, schwacher, verbundenerden 25. Febr. 174s«' Bruder.

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