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III. Theil. 6oster Brief.
Anlangend deine Frage vom freien Wil-len. so ist selbige zweideutig. Man verste-het insgemein durch den freien Willen einenWillen, das Gute zu wollen, und ein Ver-mögen, das Gute zu thun; und in diesemSinn bat kein Mensch von Natur einenfreien Willen. Versteht man aber dadurchdie willkürliche Lenkung des Willens, dasGute oder Böse, so ihm vorkommt, frei zukönnen wählen; so hat zwar nicht nur einjeder Mensch, sondern die Teufel selbst indiesem Sinn einen freien Willen: aber einesTheils, .so har der Mensch kein Liebt nochGutes von U7arur, wozu sein Wille sichsollte kehren können. Doch ist der Wille freiin dem Elemente der Finsterniß, wie ein Fischim Wasser; aber draußen kann und will ernicht. Um Christi willen scheint nun zwardas Licht; und wo sich solches dem Menschenanbeut, ja, dann hat er die Freiheit seines Wil-lens, die Fenster seines Herzens aufzuthunoder nicht. Und andern Theils, so kannsder Mensch nicht von Natur, sondern ausGOttes Erbarmung. Er kanns, doch willers nicht, weil ihm das Licht weh thut, unders deßwegen hasset. Darum beut GOttnicht nur Licht und Gnade an, sondern gibtauch dem Willen eine gute Bewegung undNeigung, daß ihm das Licht annehmlich schei-net, und das Böse ihm verleidet wird. Undweil nun GOtt, um Christi willen, solchesgewißlich bei dem Menschen thut, so bleibtM 5 keine