184 Geistliche Briefe.
das so vorstellet und einbildet, Christus habefür uns genug gethan; sondern hauptsächlichfür eine Thar des Willens und Herzens,da sich Lust, Liebe und Vertrauen von sichselbst und allem Geschaffenen zu der Gnadein Jesu wendet, um durch ihn von Schuldund Herrschaft der Sünde geholfen zu wer-den. Das vertrauen ist zwar ein wesent-liches Stück vom Glauben; sobald aber einHungern nach der Gnade da ist, oder einKommen zu JEsu, so ist auch Vertrauendabei , obwohl oft durch Sünde und Furchtsehr überdeckt. Man kommr aber nimmerzu einem Arzt, wenn man gar kein Ver-trauen zu ihm hat. Die Seelen müßen nuram Rommen hleiben, so wird sich das Ver-trauen zu seiner Zeit schon zeigen. Das Lichtwird aus der Finsternisi, und das Vertrauenaus Angst und Zagen geboren.
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Dasjenige, was man sonst einen Zug zumInwendigen nennt, ist eigentlich derGlaube an JEsum mit einem innig zartenVertrauen gepaaret. Dieser Zug zum In-wendigen meldet sich bei manchen Seelenwohl an, wie ein Blitz; es wird ihm aberleider selten gebührend Raum gegeben, oderschlecht gewartet; sonst würde die Seele da-durch in Kurzem von Unruh und Bandenbefreiet, und zur völligen neuen Geburt ge-holfen werden, rc.
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