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Geistliche Briefe.
soll. Beschäfftiget euch nicht so viel mit euchselbst und mit euren Elenden; wie ihrs auchfühlen und sehen müßt, so kehret euch nurmit ruhigem Mißfallen davon ab; sucht eszu vergessen und ihm zu entsinken: weiter istsein Anstrengen und Kämpfen vonnöthen.Exod. 14, iz. und 14. Könnt ihrs nichtvergessen, und ihm entsinken, so leidet esso ruhig, als ihr könnt, vor des HErrnAngesicht; es wird uns um JEsu willennicht zugerechnet. Böses leiden ist der Wegzur Heiligkeit. Vor allen Dingen gebet denMuth nicht auf, wann ihr gleich verwundetwürbet; sondern übergebet euch dem HErrnmit Vertrauen, auch in der Gestalt, Trotzder Eigenliebe, die so beschmutzt nicht erschei-nen will.
GOtt liebet euch allerdings; liebet ihndoch auch, und waget euch selbst dabei, umseiner Liebe willen. Den wecr der Lieberecommandire ich euch sonderlich an: dieseallein kann und wird alle Elenden und Ge-brechen, beides eures Geistes und eures Na-turells, genugsam verbessern. Ich meyne ebennicht eine sinnltche, oder empfindliche Liebe,welche öfters eine Blume ohne Frucht, undein Futter der Eigenliebe ist, sondern eine tollsteLiebe. Glaubet die innige Nahheit der Liebe!Thut, verlaugnet, leidet alles, mit einer Ab-sicht der Liebe. Suchet in eurem ganzenChristenthum nicht euch selbst zu vergnügen,sondern den Herzensfreund, den ihr liebet.
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