HI. Theil. 58ster Brief.
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Uebrigens, mein lieber Freund! so habtihr keine Ursache, ein geringes Geschöpf mitso vieler Angelegenheit aufzusuchen, und umRath zu fragen. Der beßre Lehrer und Füh-rer ist ench gewiß unaussprechlich nahe.Seine erbarmende Augen durchschauen alleneuern Jammer, und er selbst erweckt, imtiefsten Grunde das geheime Hungern undsehnliche Aussehen nach Hülfe und Erlösung.Bei und in eben diesem Grunde, worausdieses Hungern entstehet, da ist der HErr,euer Lehrer und euer Helfer, gegenwärtig.Glaubts über alles Sehen und Empfinden,und senket euch mit sanfter, einfältiger Ge-laßenheit zu ihm hinein, so gut er euch dieGnade gibt; entdecket ihm, mit Ruhe undDemuth, euren Schaden, und erwartet vonihm die Genesung mit langmüthigem Ver-trauen. Dieses Warten ist Gnade, undfördert uns auch; der heftige Naturtriebsoll darunter sterben. GOtt ist ein reines,sanftes Wesen; nichts Hartes erreichet ihn.Das Eigene kriegt die Perle nicht; dem ab-geschiedenen Geist theilet er sich gerne mit,nachdem er durch dergleichen Noth, worinE. E. jetzt steckt, hübsch, sanft, klein und reingemacht ist.
Haltet doch aus in G-Ottes Namen,und werdet nicht müde oder ungeduldig!Bleibet vor dem HErrn liegen, und dan-ket ihm, daß er euch solches vergönnet:Er weiß ja, wann und wie er euch helfen
soll.