III. Theil. ?7ster Brief. 169
^Iki;
dr»K.
!>>S,
lind nicht vorsetzlich bei dem Bösen! Falleneuch aber (ohne Suchen) eure vorige Sündenwieder ins Gemütb, dann nehmet es an zurDemüthigung; bitter nochmals einfältig umVergebung, und so dann vergeßt es wieder,ohne euch zu beunruhigen.
Daß ihr etwas leset, ist gut; doch müßtihr nicht zu viel noch allerhand lesen; undwann ihr auch bisweilen gar nichts drin findet,eure Andacht dann nicht zu stark dazu zwin-gen , weil manchmal GOtt was Bessers ge-ben will, wovon uns die Bilder alsdann ab-ziehen können. Mit Personen eines anderenGeschlechts, wenn sie auch noch so frommsind, muß man mir vieler Vorsichtigkeit undZurückhaltung umgehen GOtt allein istgenug. Wer den recht kennt, dem sind fastalle Kreaturen zu viel. Liebet ihn , denn erliebet euch; und lebet mit ihm in dem verschlos-senen Kämmerlein eures Herzens unverrückt;welches herzlich wünschet
Ms Euer
^ Mülbeim, treugesinnter schwacher^ den 24. Sept. 1744. Mitbruder.