i6Z
Geistliche Briefe.
führen soll. Wir sind mit Verderbnissen durch»drungen. Das Empfindliche der Gnade decketdas Elend zu, daß man sich was erholet;he-nach wird die Wunde wiederausgedrückt.Auch das müßen wir uns gefallen laßen, alseinen Weg zur Genesung.
Kehret euch so viel nicht daran, obs nunwas lieblicher und leichter, dann wieder wasbeschwerlicher Hergeher: ob ihr bisweilen diesüße Lockungen der ewigen Liebe merket, undzur andern Zeit wieder nichts von dem allemverspüret.^ GOtt ist in Christo ein GOltder unveränderlichen Liebe; unser Zustand er»fodert nur dergleichen verschiedene Behand-lungen. So gewöhnet euch denn daran, imGruden zu wandeln, und GOtt mit einermännlichen Liebe zu lieben! Gibt er euch aberempfindliche Erquickungen, so nehmets auchmit Dank an; GOtt selbst aber sei) euch lie-ber, als alle seine Gaben!
Eure begangene Sünden sind euch aller-dings vergeben, um des Blutes Christi wil-len. Habt ihr ja doch GOttes Gnade undGewogenheit in eurem Inwendigen verspüret;und er hat auch selbst in euch gewirket herz-liches Leidwesen und Mißfallen so wohl desvergangenen, als noch anklebenden Nebels.Es ist unnöthig und ungeziemend, alle Tageneue Versickerungen von der guten Gewogen-heit eines Freundes zu prätendiren. O! dasmißtrauische, ungläubige Herz! Euer liebe-volles Andenken sey bei euerm so nahen GOtt,
und
Wid
Ja
D,
D
ZM
sm