III. Theil. 57ster Brief.
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geheiliget werden, ohne daß ihr fast darangedenket, oder dafür sorget.
Eine andere Ursache eurer Veränderlichkeitist, daß ihr zu viel auf die Empfindlichkeit derGnade merket und bauet, und zu wenig aufdas wesentliche Werk der Gnade. DiesesWesentliche ist der Glaube, oder der innigaufrichtige Wille des Gemüths, daß manganz GOttes seyn, und ihm anhangen undfolgen will, mit Verläugnung seiner selbstund alles übrigen, erwartend von ihm alleinseine Seligkeit. Wo dieser Grundwille ist,da ist der Glaube, da ist die Gnade; und dieSeele kann alles ohne Kummer laßen stür-men, weil der Anker im festen Grunde sitzt,und durchs Schütteln nur fester fasset.
Williglich und verletzlich mäßen wir ja keinBöses, keinerlei Untreu oder Zerstreuungenhegen: das versteht sich von selbst. Uebrigensaber, wann sich schon euer Gemülh in Dürreund Dunkelheit finden möchte; wann Zer-streuungen in Sinnen und Gedanken stür-men ; wann Anfechtungen und Versuchungs-wellen auf euer Schifflein zuschlügen, seydganz ruhig und zufrieden! der HErr ist beieuch drinnen. So lange der Wille des Ge-müths (der Naturwikle denke, was er will)nichts will, als GOtt, so habt ihr nichts zufürchten. Ihr fördert zu solcher Zeit ebenso viel, ja noch mehr, als wann ihr meynerdaß es am beßten gehe. Laßet nur GOttmit euch machen. Er verstehets, wie er euchL 4 führen