Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
161
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m. Lheit. 55sier Brief.

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und ungezwungenen Andacht zu GOtt!Das aber kann ich nicht approbiren, daß dugar keine Zeit zum Gebet!) oder stillen Ein-kehr behieltest, und nur jedesmal aufstündesi,oder wieder was vornähmest, wann etwasvon dem Nagen oder Treiben gespüretwürde; daraus würde eine kleine Versuch ngund schädliche Gewohnheit entstehen können.Bisweilen (etwa ein paar Mal des Tages)würde ich rathen, ein Viertelstündchen, ausLiebe zu GOtt, dabei auszuhalten, und soviel zu vergessen, als möglich ist, wenn dichgleich dünkt, daß ein solches Stilleseyn keinStilleseyn sei). Wir mäßen nicht unser Ge-mach, sondern die wesentliche Tugenden lieben.Die Vereinigung unsers Willens mit demgöttlichen ist ein schönes Gebeth. Dein Ge-bet!) und Einkehr geschehe nur kindlich, undohne viel Anstrengung des Kopfs, oder derGedanken; denn das ist schädlich. Eine stilleErinnerung der innigen Nahheit GOttes;eine einfältige Offenlegung in seiner Gegen-wart; eine ruhige Aufopferung, oder Zukehrunserer Liebesneigungen rc. ist viel besser.

Sei) getrost in GOtt, und liebe ihn, derdich von der Welt ihm zu seinem reinenDienst erkaufet und berufen hat! Laß dieNatur murren; das Werk ist des HErrn,der wird es ausführen. Ich grüße herzlich.

Dein

Mülheim, verbundener schwacherden io. Sepr. 1744. Bruder.

Zweit. B. m. Th. L Der