Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
127
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HI. Theik. 42ster Brief. 127

auch ohne daran zu gedenken, sich von Welt,Sünde und allem Eigenen, nach dem auf-richtigen Willen, abkehret; deßwegen wirdihr um JEsu willen auch nichts von dein allemzugerechnet: und durch eben diese That derEinkehr, Offenlegung, rc. wird sie am leicht-sten und schönsten gereiniget werden, vonallen Befleckungen des Fleisches und desGeistes.

Er, der liebe Freund muß eben seineElenden nicht aufsuchen; es wird sich schonfinden, jo viel es GOtt beliebt. Sein Ver-derben nehme er nicht zum eigentlichen Vor-wurf. GOtt, als ein Freund und Heiland;GOtt, als im Herzen gegenwärtig, mußsein Vorwurf seyn. Und wann er sein Ver-derben sehen und fühlen muß, so leide ersolches in GOttes Gegenwart, eben wie einkrankes Kind, auf der Mutter Schooß, sei-nen Schmerz nur zu verstehen gibt durchsbewegliche Ansehen seiner Augen. Das An-sehen unserer selbst macht uns krank; aber indem Ansehen GOttes ist unsere Genesung.Laßet uns dann die Entdeckungen unserer Elen-den als wahre Gnade von GOtt annehmen,und getrost aushalten vordem Angesicht dessen,der Heiland genannt wird, ohne am andernOrt Trost zu suchen! Der HErr weiß dierechte Stunde. Auch das warren ist einunvermerktes Fortgehen. Muthlosigkeit isteine Frucht der Eigenliebe. Unsere Schwach-heiten und Elenden sollen uns Mißtrauen

machen