126 Geistliche Briefe.
der sagen, wann sie uns auf die Uebung desinneren Gebeths und der Einkehr weisen,um nur im Stilleseyn und Vertrauen dieHülfe zu suchen und zu finden. ils'
Der liebe Freund kann sich ohne Beden- Bken zueignen, was solche erleuchtete Seelen Mvon diesem Zustande sagen; nur mit dieser «einzigen Verwahrung: daß, wenn sie von B.'höheren Wegen der Reinigung reden, da die OSeelen, welche solches angehet, sich nicht so Äwirksamer Weise können zu GOtt kehren, Bsammlen, verläugnen, rc. weil sie nämlich, Wohne ihr Wissen, da schon angelanget sind, ck»wohin sie durch Wiederholung derer Wirksam- «f.keit gehen wollen: daß, sage ich, solches anjetzt Wfür ihn noch nicht ist, wenn ich ihn wohl »Akenne. Er muß sich auch auf eine wirksame MWeise zu GOtt einkehren; es muß aber Wkeine Anstrengung des Kopfs, oder andereHeftigkeit dabei seyn, sondern ein inneresaber gelaßenes Hungern, ein wahres, Herz- ^liches und vertrauliches Einneigen zu GOtt ihmin Christo, und ein süßes ehrerbietiges War- Hten in seiner Gegenwart in uns. Durch IEsu WBlut haben wir diese Freimüthigkeit zum ^Eingang. Weil wir durch Christum mit HgGOtt versöhnet sind, so ist GOtt uns gewo- §gen; wir mögen uns kindlich zu ihm hinein tz-kehren, und um seine völlige Hülfe bitten, tzund darauf warten. Der das Innerste er- ^forschet, siehet wohl, daß die Seele eben in tz?der That der kindlichen Ein- und Zukehr,