§4
Geistliche Briefe.
Wurzel; oder
fen, ohne Grund rmartert sich mit Kleinmüthigkeit und Unglau-ben ; oder gibt wohl gar den Muth auf,>weil man der Gebrechen so viel findet, un-ken,en Rath sichet, sich so heilig zu machen,!als mans wohl erkennet: denn so gehet die!Seele in sich selber, und ohne GOtt zuWerk. Der leichteste und richtigste Wegzur Heiligung ist GOtt in Christo ansehen,und sich selbst sammt seinen Elenden sehrvergessen. Lastet uns laufen im Ramps,der uns verordnet ist, sagt Paulus Hebr.12. Aber welchcrgestalt? Absehend aufIEsum den Anfänger und Vollender desGlaubens. Dieß ist eben die schöne Uebungder Beschäfftigung mit GOtt, und seinerliebreichen Gegenwart, wovon im i 6 . Psalmstehet: Ich habe den HErrn mir allezeitvor Augen gesteller. Dieses kindliche Glau-bensgesicht , Andenken und Beschäfftigungdes Herzens mit dem gegenwärtigen Liebes-gott , und mit seinen göttlichen Vollkom-menheiten, ist eine rechte Kriegslist im in-wendigen Kampf, da sich die Seele gera-dezu mit keinem Feind einläßt, sondern esmacht wie ein Kind, das einen Hund stehet,und ohne sich mit demselben zu schlagen, mirzur Mutter läuft, und sich vertraulich in ih-ren Schooß verbirget. Durch dieses Sehenauf GOtt, und diese Beschäfftigung desHerzens mit GOtt und seinen göttlichenVollkommenheiten, wird die Seele wunder-
barlich
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