HI. Theil. i 9 ter Brief. 6z
Arilin >as Bessere nicht, ja auch das Gute wird»>A ^rdorben und verloren. Und also muß diejöeele, welche sich in diesen Umständen findet,sv»^ mpfindenderweisesich selbst vergessenck t und nicht ansehen, sondern GOtt allein in>!ich Christo, welches alles Gute wirket. Und obN D der Geliebte, in diesen angenehmen Tagen,S! ^ der Braut schon einen Schmuck nach deinIWV andern umhänget, und dann spricht: Siehe,meine Freundinn! du bist schön; rc. so«ü, h will sie sich dennoch nicht ansehen, sondernkMgm antwortet: Siehe, mein Freund ! DuMM bist schön, rc. Hohel. r, is. und i6.lö H
»EÄ Wege der Heiligung muß
U V ^ Seele anfangs übender weise GOttbM in Christo allein ansehen, sich selbst aberM nicht ansehen, sondern sehr vergessen. Man-che gutmeynende Herzen, welche die Gnade^GOtres in Christo ein wenig empfunden,M bekommen ein herzliches Verlangen und Ernst,« Ehren leben, und ver Hei-
^ ligung nachzujagen; es ist aber Schade,daß man so vielfältig die Sache unrecht an-ö^eift. Man suchet seine Feinde gleichsam"^auf; man prüfet und erforschet sein Thunund Leben; man widersetzet sich mit aller^Anstrengung, dem Bösen, befleißiget sich?i«l ^ Tugenden, und setzet sich in eine so« iwmme Gestalt als man nur immer kann:« allein, es wird daraus entweder ein selbstgemachtes äußeres Schein - und Heuchelwe-
sen.