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Geistliche Briefe.
für sich selbst haben zu wollen, sondern sichalles dessen wieder zu entaußern, um GOtiin Christo allein anzusehen im Glauben, undkeinen Gefallen haben an sich selbst, sondernan GOtt, dem Geber und der -Quelle allerguten Gaben, der allein gut und liebens-würdig ist. Dieses Vergessen seiner selbstund des empfangenen Guten in sich; diesesEntäußern, dieses Zuschließen der Augen vorsich und allem Geschaffenen, um nichts fürsich darin zu wollen haben oder sehen, son-dern GOtt allein anzusehen, kommt dem gro-ben Sinn und der Eigenheit widersinnig vor,und sollte die Vernunft denken: was nutzetmirs dann, ob ich dieß und jenes von GOtthabe und empfange, wenn ichs wieder ver-gessen, und nichts darin für mich haben soll?Allein die Vernunft und Sinne sind blindan GOttes Reich. Die Erfahrung lehret,daß, je mehr wir uns alles Guren enräu-ßern , und es in der Eigenheit nicht besitzenwollen, desto edler haken wirs; und wennwir uns des Edeln, das wir haben, auchwieder entaußern, um nichts als GOttansehen zu wollen, so wächst abermal unserGutes und unsere Seligkeit: denn je mehraufrichtige Selbstverschmähung und Aus-gang aus der Eigenheit; desto mehr Tugend,Friede und gründliche Seligkeit hat eineSeele. Weil aber, leider! viele das Gure,so sie von GOtt bekommen, in der Eigen-heit ansehen und fest halten; so kriegen sie
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