Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

6o

Geistliche Briefe.

ihr gewirket werden. Sich umsehen nacheinem vermeynten guten Werk; sich helfenund beruhigen wollen durch Pflichten, gut-meynende Uebungen, eigene Versprechungen,und Vornehmens der Besserung rc. das istnur ein Tünchen mit losem Kalk. DurchGesetzes Werke wird kein Mensch gerechtvor GOtt; das Gesetz ist zu heilig, unddas Fleisch zu schwach, daß es dem GesetzGOrt es nicht unterthan seyn kann. DasGewissen wird durch den Weg nicht beru-higet, sondern man fällt immer tiefer drein,und wenn man sein Elend lang genug an-gesehen, und sein Beßres gethan hat, dannfindet man sich zuletzt am Ende des sieben-ten Kapitels an die Römer: Ich elenderMensch rc. Gibt aber die Seele GOttRecht, stimmet von Herzen zu in ihre Fluch-würdigkeit, Elend und Unvermögen, undflehet sodann von sich selber ab, um nurGOtt in Christo anzusehen, der aus Gnadenden Sünder annimmt und heilet; so wirdihr wahrlich geholfen, und wenn sie auchBerge von Sünden auf sich hätte, und ihrHerz mit sieben Teufeln angefüllet wäre. DieSeele muß nur, ihren Jammer von Herzenbekennend, immer ihre Augen davon ab,auf GOtt in Christo wenden, der durchChristi Blut alle Sünden vergeben und aus-tilgen kann und will; und wann ihr ihr Elendund Noch immer wieder ins Gesicht fiel,und es ihr schien, als wann sie GOtt in

Christo

MKMj».!tll, !!»

r>.

ritz'

Eck