Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
56
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Geistliche Briefe. ^

der lautere Sinn, ganz für ihn zu feyn, ^ist die Seele des Gebeths. Du mußt mehrleiden, als wirken vor undbeiGOtt; dochmuß der Geist der Gnaden freie Hand haben.

Du wirkest zu sehr sinnlich und vernünftlich:oder besser gesagt, du läßt es dein sinnliches ,««>Theil zu viel wissen, was der Geist thut. DeinUmgang mit GOtt, und deine Thaten im HGeberh mäßen was geheimer, sanfter undinniger seyn; und weil sie das bisweilen nicht A >genug sind, daher gibts keinen Frieden: denn ^der Geist siehet wobl, daß es nicht so völlig WWahrheit ist, was du alsdann thust, darum Mkommt es ihm so theils verstellt vor. Nur Mbeständig und geduldig geblieben, auch mitten Win der Dürre! Deine Eigenliebe muß erst !«itodt seyn, dann wirst du GOltes Liebe ohne kGefahr schmäcken können. Lim

Mülheim,den 17. May 1741.