Der i8te Brief.
Wie man sich bei Entdeckung seines eigenen Elends"V zu verhalten.
M bald ich von deiner Schwachheit gehörHab' ich dich in brüderlichem Mit->»«!!>! leiden suchen zu fassen, wünschend, (wie ichd« auch noch von Herzen thue), daß der liebeA GOtt, auch durch diese Besuchung, seinenM heiligen und gütigen Endzweck in Ansehungß «!> deiner Seele erreichen möge!l cht Es ist Gnade, wann der HErr dir deineUntreu, Ungestorbenheit und Ungestalt tiefentdecket. Die Schwermüthigkeit entstehetaus der Eigenliebe. Vertraue dich dem HErrnvöllig an, wie du bist, auf pure Gnade,und übergib dich ihm und seiner Gnaden-bewirkung ganz, und mit einfältigem Her-zen: damit, in dem vielleicht kurzen Ueberrestdeiner Tage, gründlich in dir getödtet werde,was von der Natur und eigenem Lebenübrig ist, und dein ewiger Geist die dem VolkeGOttes verheißene Ruhe noch bei Leibes-leben erreichen möge! Wage dich ganz dabei;siehe den kleinen Gewohnheiten und Ungesior-venheiten nicht durch die Finger; traue dei-nem argen Herzen nichts, GOtt aber viel;ft D 5 liebe
Mir
Herzlich geliebter Bruder!