Der i6te Brief.
Vom Unterschied der sinnlichen und reinen Bru-Verliebe. Vom Leiden und kindlicher Umfas-sung des Wohlgefallens GOttes.
Herzlich geliebte Schwester!
H>ein Brieflein habe richtig erhalten; es^ war mir um so viel angenehmer, weilich in so langer Zeit von dannen nichts gesehenhatte, welches mir auch nicht völlig rechtwar. Alles muß durchs Feuer gereinigtwerden. Was nicht GOtt und GOttesWerk ist, das verschwindet in der Probe;so gehts auch mit der brüderlichen Liebe undVereinigung, da, was sinnlich und eigenist, immer mehr geschieden wird: so weitman aber in Einem Lebensbaum gepflanzetstehet, und aus Einer Wurzel Leben em-pfängt , bleibt die Liebe unveränderlich imGeiste fest, und wird durch die Probe nurreiner und seliger.
Mein Herz ist gegen dich, wie auchgegen die andern, die dem Lamm in derWahrheit zu folgen sich ergeben haben, inunverfälschter Liebe, wie gestern und vorge-stern ; und wünsche immer tiefer und festerzu stehen in JEsu, unserem Haupt, in wel-chem und aus welchem wir als Glieder an
einander
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