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Geistliche Briefe.
liebevollen Andacht zu GOtt und dessen Ge-genwart bleibet, dann befindet sie sich wohl;will sie was mehr thun durch Nachsinnungen,Anstrengungen oder mündlich Bethen, als-bald ist sie zerstreuet, unruhig und dürre; ihrInnerstes will von allem abgeschieden, undganz für GOtt seyn, u. s. w. Hält nun dieSeele in dem Srilleseyn und Vertrauen der-gestalt einfältig aus, so wird sie dadurchgroßer und theurer Gnaden fähig; sie liebetalso GOtt in ihrer Abgeschiedenheit undRuhe, und der wird sie wieder lieben, ja sichin ihr offenbaren. Und da wird ihr alles vielreiner wieder geschenket, was sie verloren zuhaben schien rc.
Nachdem nun aber GOttes Vornehmenüber solche Seelen ist, so pfleget er selbigenachher (wie droben berühret worden) nochdurch verschiedene Wege der Reinigung, De-müthigungen und des Todes zu seinem reine-sten GOttesleben, und völliger Vereinigungoder Einheit mit ihm zu führen.
Ich schreibe so in der Eil, und mit soschwachem Haupt, daß mich kaum besinne;sage deswegen wohl vieles unordentlich, unddas zur Sache nicht dienet, wo nicht gar un-richtig; du nimmst nur für dich daraus, wasdir dienet, und vernichtigest es dann.
Wenn man aber nun dir, oder einer an-deren Seele, die eigene Wirksamkeit undSörglichkeit abrätb; so zielet das im aller-geringsten nicht auf eine falsche Gelaßenheit,
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