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HI. Theik. i4ter Brief.
oder ungebundene Fahrläßigkeit. Wenn manGOtt sein Herz gibt, und ihm sich völliganvertrauet, dann verlieret man zwar die un-ruhige Kümmerlichkeit und Sorge für sichselbst, welche aus der Eigenliebe entstehet:man kann aber nicht GOtt sein Herz geben,und zugleich in williger Zerstreuung leben.Man hält sich abgeschieden, man liebet dasGebet!), man thut äußerlich und innerlich,was man glaubt, GOtt zu gefallen, undihm am liebsten zu seyn; man will wohlrecht treu und genau in allem seyn, nur mußdas kümmerliche Wesen davon; man läßtGOtt für den Ausgang sorgen; man siehtnicht so immer nach sich selber um, stelltnicht tausend Untersuchungen an; nimmt nichttäglich neue Uebungen oder Vornehmens vor,will sich nicht bald in diese bald in jene guteGemüthsfassung selber hinein helfen; sondernman gibt GOtt nach; man trägt alle Ge-müthsbeschaffenheiten mit Frieden, auch sogar die Dürre, die Leiden, die Versuchungenund Elenden, GOtt in allem kindlich anbe-thend, liebend, und verherrlichend mit stillemGeiste. Man will und thut aber nichts Bö-ses; durchaus nicht. Wenn solches aber auchwirklich geschähe, oder die Seele meynte,daß es, ihr unwissend, geschähe, so wirdman nicht gleich so gar verzagt, mürrischund unruhig; man gestehet gern seine Schuldund Elend, und trägt diesen Schmerz unddiese Vernichtigung vor GOtt mit Frieden;
und