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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
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Geistliche Briefe.

Eine Seele, welche anfänglich eine Zeitlangunterm Gesetz gestanden, und nach der Gnadein Christo bußfertig und mit rechtschaffenemErnst gehungert, bekommt wohl einmal, undöfters gar bald, einen vorübergehenden An-blick von der Süßigkeit der Gnade, welcherbisweilen sehr sinnlich ist: und da ist die Seeleeigentlich noch nicht unter der Gnade des neuenBundes, und in Christo, wie sie doch wohlmeynen möchte; sondern es ist eine Anlockungdahin, eine Stärkung im Kampf der Bußeund der Verläugnung der Welt. Bisweilenist diese Freudigkeit ziemlich selbst gemacht,oder natürlich, und also nichts als Einbildung.Es wird aber auch der Seele, nach einemsolchen gesetzlichen Anfang, die Vergebungihrer vorigen Sünden, in dem Blut JEsuCbristi, wirklich zugeeignet, entweder durchein zartes gründliches Vertrauen, oder durcheine niehr ausdrückliche Versicherung; undsodann ist sie nicht mehr unter dem Gesetz,sondern unter der Gnade; sie ist in Christo,zu welchem und zu dessen Sinn, Neigungenund Gemeinschaft sie inniglich geneigt wird.

Sie ist aber nur dem Anfang nach inChristo; sie ist in ihm noch nicht gewurzeltund gegründet. Der ganze Prozeß der Gleich-förmigkeit mit Christi Leben, Leiden, Todund Auferstehung gebet da erst recht an. Pau-lus war wirklich in Christo, und doch sprichter noch das , was wir Phil, z, 8-is. lesenkönnen. Eine solche Seele, die so dem An-fang

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