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Geistliche Briefe.
liebevolles kindliches Andenken an GOtt, derunser Heil ist. Wer seine Wunden langevor Augen hat, und des Arztes nicht ge-denket , der muß selbst ein Künstler, oberein Unbedachtsamer seyn. Wir nicht also.Wir sind voller Elenden und Wunden, undauch voller Schwachheiten, uns selbst zurächen, oder zu helfen; das wollen wir herz-lich gestehen: aber unsere Elenden, unsereWunden selbst, sollen uns augenblicklich un-sers vollkommenen Arztes erinneren, der sogerne hilft, der so nahe, ja so innig-naheist, in dem süßen JEsusnamen.
Kommet dann, geliebte Schwester, VMgesset mit mir euch selbst und alles Geschaf-fene ; nichts ist unsers Andenkens und un-serer Liebe werth, als GOtt allein. Nichtsliefert, nichts vergnügt unser Herz, als die-ses ewig bleibende Gut. Er stehet auf uns;Er gedenket an uns mit Liebe, ohne Unter-laß, und begehrt von uns, daß wir kind-lich auf ihn sehen, und mit Liebe an ihngedenken sollen. Das sey dann unser Ge-schäfte bei allem Geschäfte, bei allen Be-schwerden, bei allen Elenden: von allem ab,auf GOtt allein zu sehen, und den zu lie-ben, der nur liebenswürdig ist, und unsalso geliebet hat. Daß derselbe euer Herzganz einnehme, wünschet von Herzen
Euer
Mülheim,
den io. Iunii 1739.
schwacher Mitbruder.
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