y5 Lebensbeschreibung
„und Gnade herzlich gedankt. Dieß ging noch„alles ziemlich männlich mit mir her. Wie ich„ aber ihrem Bruder und Hausgenossen ein Wort„zurcden, und der Schwester Vorbild anprei-„sen wollte; da überfiel mich die n) Weichlich-keit, daß ich nicht ausreden konnte. Ihr lan-„geS und schweres Leiden ist hoch gegangen, da„ich dann mein Gefühl mit davon bekam, ob ich„sie solches gleich nicht merken ließ, sondern sie„stärken konnte Ihre stille und freundliche„Geduld bei dem allen ist so gewesen, daß man„mit Verwunderung und Dank daran gedenken„muß. Und ihre ruhige Gemüthsfaffung, und„unwankelbar kindliches Vertrauen, bis ans„Ende, bleibt mir zum beständigen und großen„Trost. Ehre sey GOtt! der alles gegeben."
Auf diese Weise hat der selige Mann man-chem Kranken und Sterbenden beigestanden,und ist ihnen bis zu ihrem Ende zum Trost,Stärkung und Erbauung gewesen. Er dienteaber nicht allein seinen Freunden in Krank-heiten, sondern auch andern, selbst ruchlosenMenschen. Die Juden ließen gar in Krank-heiten die Arzenei bei ihm holen; und alser selbst krank war, ging die Rede, daßsie seinetwegen eine Bethstunde angestellethätten.
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n) Da man ihn nachgehends fragte, wie er doch so kin-disch hätte se»n und weinen können? Antwortete er:daß ich kindisch gewesen, gestehe ich , aber glaubetmir, daß es mir immer bedrängter in der Welt wird,wann dergleichen GOtt ganz ergebene Seelen ausdieser Welt gehen. Bei einer andern Gelegenheitsagte er auch wobl dieses: Ich begehre kein brolc«,kein Unempfindlicher zu seyn; ich will gerne das Wohlund Weh meiner Mitbrüder zu Herzen nehmen.
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