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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
96
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y5 Lebensbeschreibung

und Gnade herzlich gedankt. Dieß ging nochalles ziemlich männlich mit mir her. Wie ich aber ihrem Bruder und Hausgenossen ein Wortzurcden, und der Schwester Vorbild anprei-sen wollte; da überfiel mich die n) Weichlich-keit, daß ich nicht ausreden konnte. Ihr lan-geS und schweres Leiden ist hoch gegangen, daich dann mein Gefühl mit davon bekam, ob ichsie solches gleich nicht merken ließ, sondern siestärken konnte Ihre stille und freundlicheGeduld bei dem allen ist so gewesen, daß manmit Verwunderung und Dank daran gedenkenmuß. Und ihre ruhige Gemüthsfaffung, undunwankelbar kindliches Vertrauen, bis ansEnde, bleibt mir zum beständigen und großenTrost. Ehre sey GOtt! der alles gegeben."

Auf diese Weise hat der selige Mann man-chem Kranken und Sterbenden beigestanden,und ist ihnen bis zu ihrem Ende zum Trost,Stärkung und Erbauung gewesen. Er dienteaber nicht allein seinen Freunden in Krank-heiten, sondern auch andern, selbst ruchlosenMenschen. Die Juden ließen gar in Krank-heiten die Arzenei bei ihm holen; und alser selbst krank war, ging die Rede, daßsie seinetwegen eine Bethstunde angestellethätten.

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n) Da man ihn nachgehends fragte, wie er doch so kin-disch hätte se»n und weinen können? Antwortete er:daß ich kindisch gewesen, gestehe ich , aber glaubetmir, daß es mir immer bedrängter in der Welt wird,wann dergleichen GOtt ganz ergebene Seelen ausdieser Welt gehen. Bei einer andern Gelegenheitsagte er auch wobl dieses: Ich begehre kein brolc«,kein Unempfindlicher zu seyn; ich will gerne das Wohlund Weh meiner Mitbrüder zu Herzen nehmen.

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