Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
94
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94 Lebensbeschreibung

Dinge, Blumen, Kräuter, Korn, rc. zumAnlaß nahm, die er aufs Geistliche deutete,und dabei oft von recht innigen Dingen re-dete , wodurch in seiner Gegenwart alle un-nothige Gespräche vermieden wurden. Einigezarte Gemächer, wurden dadurch bewogennicht in die Gesellschaft zu kommen, wenn ernicht zugegen war.

Folgende Erzählung eines Freundes kannnoch von seinem Verhalten im Umgang zeugen:

Wenn ich (sagt er) zerstreut zu ihm kam (welcheswohl oft geschehen) so wurde ich durch sein An- sehen, welches so ausnehmend, und durch ein we-nig Stillesitzen bei ihm, wieder gesammelt; undwenn ich das eine, oder andere auf meinem Ge-müth hatte, und es ihm entdeckte: so geschah esvielfältig, daß ehe ich noch von ihm weg ging, meine Beschwerden verschwunden ; oder cs wäh-rete kaum einige Stunden: so ward ich durch dieFürbitte dieses werkhen Freundes, und durchGOttes Barmherzigkeit wieder befreiet. SeinBechen in Gesellschaften war außerordentlich.O wie oft ist es mir noch erquicklich, wann ich dar-an gedenke! Wie so innig, wie so sanft, undohne die mindeste Heftigkeit war es! Wie wurdeman dadurch so innigst gefammlet, und so kräf-tig gestärkt! Ich habe desgleichen die Tage mei-nes Lebens nicht mehr gehört. Genug! alles,was man von ihm sagt, reichet bei weitem nichtzu. Sein Leben war mit Christo verborgen inGOtt. O wie leuchtete das Bild des HErrnIEsu aus diesem Manne GOttes hervor! so daßich wohl mehrmals gedacht: Gibt ein Strälcheneinen solchen Schein, was muß dann nicht derHErr IEsus, der die Quelle des göttlichen LichtSist, selber seyn?

Trost-