Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

ys Lebensbeschreibung

Ich wollte mich lieber vor allen Menschenverbergen, als mich von ibnen seben undhören laßen. Zu einer andern Zeit spracher: Ich wünschte von Herzen, daß derName Gerhard Tecjieegen, von allenMenschen vergessen, und hingegen derName IEsus in aller Menschen Herzennef eingepräger würde.

Noch eine merkwürdige Stelle aus einemBriefe, welchen er an einen H. H. Freund,der ihn der Sectirerei beschuldigte, abge-laßen:

Dd

jOB!

Daß ich, schreibt er, eine Secte oder einenAnhang suchen sollte, hoffe ich auch in allenden Jahren meiner Berufung nie bewiesen zuhaben. Bis nun zu muß ich von allen Seitenmündliche und schriftliche Klagen darüber-ren, daß ich mich so entziehe. Mein GOtt!du Licht, daß nicht flattirt, du kennest mich,ich mißtraue meinem eigenen Herzen in allenStücken; vor dir kann und will ich mich nir-gend rechtfertigen! Siehe aber, was ein Bru-der von mir urtheilet? Erkennest du es dannnicht, welch ein empfindliches Opfer es mir solange gewesen, daß ich meine Kraft, Zeit,Gemach, und meine liebe Einsamkeit andern sohingeben muß? Thue ichs nicht einfältig umDeinetwillen, so gebrechlich es auch geschehenmag, und aus Furcht, dir zu mißfallen, wennichs anders machte ^ Suche ich was andersdarunter, als die Seelen dir, nicht aber mir«zuzuführen? Ach so sey es verbannet; ach sowende alle Herzen in diesem Stück von mir ab,und laß mich verachtet und vergessen mit dirallein leben! Denn ich weiß, (ist es nicht

wahr,

Mji

lim

!>