Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
88
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88 Lebensbeschreibung

ich fang: Du weißt, wie michs oft erquicket,wann ich Seelen Hab' erblicket, die sich ganzergeben dir. Damals lebte ich incognito,auch wann ich zufällig in Gesellschaft kam,und liebte als von weitem, ohne mich aus-zulaßen; da auch von mir nichts erwartetwurde. Niemals aber kann ich mich einerZeit erinnern, da ich Lust oder Leben im Um-gang und Wirksamkeit mit Seelen gehabt,wie herzlich ich sie auch liebte. Die lebendigeErkenntniß eines so allgenugsamen innlgstna-hen GOttes, gab mir eine tiefe und stäts blei-bcnde Grundneigung, gerne abgeschieden, undmit diesem GOtt allein zu seyn. Ich habe,was ich gethan, so gebrechlich es auch gesche-hen, nur so, nach dem Leitfaden der gött-lichen Vorsehung, und vermeyntcr Pflicht ge-than. Ach! die Geschöpfe hindern uns oft,und wir hindern sie. Nun bleibet meineMaxime: Gerne bei den Rindern, am lieb-sten aber bei dem Vater zu seyn."

An eben denselben Freund schrieb erim Jahr 1767 . den zten April:Diese

Woche Hab' ich schon vier Bcrgische Besuche ge-habt, und jetzt ist schon etliche Tage ein Freundaus dem S... lande hier, der ein gutes Zielim Auge hat. Das lateinische Sprichwort,qui bene latuit, bene vixit, (wer wohl verbor-

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gen geblieben, der hat wohl gelebt,) oder ijffUnach dem Hlumengärtlein, N. z;2. Nichtgelehrt, und nicdr geehrt, wird mir alleTage wichtiger. O wie so viele Zeit undKraft ^nehmen uns auch die guten Geschöpfe weg!Wie so leicht bekommt man selbst Schaden, Mlauch da, wo man andern denkt nützlich zu NWseyn! Die Proben und Leiden, so dabei mitunterlaufen, mögen wohl eine recht dienlicheArznei, und krselervativ, oder Bewahrungs-

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