Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
83
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des sel. Gerh. Tersteegen.

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und dennoch das Lied sang: Nur frischhinein, rc.

Tragsamkeit und Mitleiden mit Gefallenen.

Von seiner Geduld, Tragsamkeit undMirleioen mit Gefallenen , erzählet einFreund Folgendes:Ich hatte schon einige Jahreim Umgang mit dem sei. Tersteegen, durch seinesüße Gespräche und erbaulichen Wandel, vielenSegen genossen: aber nach einiger Zeit, wardich der Gnade GOttes ungehorsam, so daßmeine Verdorbenheit, und des Feindes List, michzu einem schweren Fall brachten. Weil ich nunden lieben Mann so sehr betrübet, so blieb ichaus Furcht und Schaam von ihm. Wie er dieseinige Zeit angesehen, ließ er mich rufen. Ichging zu ihm, und dachte nicht anders, als daßich den herben Verweis von ihm bekommen wür-de, den ich verdient zu haben vollkommen über-zeugt war: allein sein Vatcrherz kam mir mitder größten Freundlichkeit entgegen, er um-armte mich in zarter Liebe: wodurch mein Herzsehr gerührt und zerknirscht, ja tn Liebe undVertrauen zu GOtt, und zu dem lieben Manneaufs neue erweckt wurde. Dabei gab er mirdie nöthige Erinnerung, wie ich mich hinfüean der Gnade und dem Gehorsam zu halten«hätte. Nach diesem hielt er eine noch genauereAufsicht über mich, bis an sein seliges Ende.«Ein andermal sprach er zu mir, und drei an»dern Freunden: Rinder seyd vorsichtig! undmeidet die Gelegenheit zur Sünde, riatür-liche Menschen können sich oft besser mit demverstände bewahren, als begnadigte Seelendurch die Gnade, wann sie die Gelegenheitnicht sonderlich meiden, denn diesen trachtetder Feind mehr nach, denn jenen."

(f) r Hörete