ra Lebensbeschreibung
„schickt hatten, mir einen Trunk Wasser zu rei-„chcn. Ich aber dachte immer, es müßte so seyn "In einem andern Briefe an einen Freund schrieber: „Ich lag einst krank zu Bette, an einem hitzigen„Fieber, und meynte vor Durst und Hitze zu ver-brennen. Ich bat die Magd meines Bruders,„bei welchem ich krank lag, mir für einen halben„Stüber dünnes Bier zu holen. Die Magd aber„war unachtsam, und indem ihr ihre Frau etwas„anders befahl, vergaß sie meiner. Ich lag oben„im Hause allein, und niemand dachte mehr an„mich. Ich mußte also vom Morgen, bis weit„in den Nachmittag, so im heißen Durst liegen,„ohne einen Tropfen zu meiner Erquickung zu ha-,chen. Endlich hörete ich das Mädchen auf der„Treppe kommen: da bat ich GOtt, daß er mich„doch in der Sanftmuth erhalten möchte."
Er wird von dem HErrn sehr unterstützt.
In solchen Prüfungen blieb sein kindlichesVertrauen auf des himmlischen Vaters Für-sorge fest und unbeweglich; hierzu ward erin seinem Inwendigen kräftig ausgefodert.Wie er einst bemerkte, daß eines seiner Klei-dungsstücke abgenützet war, und nicht wußtewoher er Geld nehmen sollte, um sich wasneues anzuschaffen; so ward ihm mit vielerKraft aufs Gemülh gedrückt: Er solltenur nicht sorgen. Dieß stärkte ihn indem Harren auf die Güte GOttes ausneh-mend; und diese Güte versorgte ihn, wie sichnachgehends zeigen wird, reichlich, sie ließes ihm an keinem Guten fehlen.