8 Lebensbeschreibung
wegen erwählte er, ob er gleich obgemeldtevier Jahre bei der Handlung aushielt, den-noch nach Verfließung derselben, ein stilleresGewerbe. Die Bekanntschaft, in welche erdamals mit einem frommen Leinenweber ge-riet!), brachte ihn zu dem Entschluß, dessenProfession zu lernen; allein seine schwacheLeibesbeschaffenheit, und öftere Haupt- undColrkschmerzen nöthigten ihn davon abzustehen.Er erwählte das Bandmachen, und hielt nie-manden um sich, als das Mädchen, dasihm die Seide wickelte; doch blieb er, so wieauch die übrige Zeit seines Lebens, zu Mül-heim an der Rhur wohnen.
Lebt sehr eingeschränkt.
Bei dieser neuen Verfassung lebte er inder größten Verläugnung aller Sinnlichkeit;seine Kleidung war schlecht, seine Speisen,die er sich oft selbst bereitete, gering, undbestanden meistens in Mehl, Wasser undMilch. In den ersteren Jahren seines ein-samen Lebens aß er gar nur einmal des Ta-ges, und trank weder Thee noch Kaffe.
Geräth bei seiner Wohlthätigkeit in großeArmurh und Elend.
Wie gering sein Einkommen seyn mochte,so bewies er sich doch ausnehmend freigebiggegen die Armen. Zur Abendszeit wann ernicht gesehen werden konnte, ging er in dieHäuser der Dürftigen und Kranken, und
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