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Gcgenlheil gethan, mit dem Kanonikus Krapohl nnd dem PastorWilmius eine förmliche Verschwörung gegen die Aebtissin cingelcitetnnd derselben nicht nur keinen Gehorsam geleistet, sondern sie sogarverläumdet und persönlich beschimpft, indem sie dieselbe eine „Meehrund Symonische" genannt habe. Auch wird ihr vorgeworfen, daßsie den Pastor Wilmins, welcher der jüngste der Capitnlaren war,bei jeder Gelegenheit in ihrem Amt als „Kellnersche" besonders bevor-zugte, il»n die schönsten Paramente stickte, und in jeder Weise gegendie Aebtissin anfhetzte.
Der Kanonikus Krapohl wird als ein besonders aufsässiger nndheftiger Mann geschildert, der die Chorknaben ohrfeigte, einen „Half-mann", der seine „Praestanda" ablieferte, geprügelt hatte, und sichbei jeder Gelegenheit den Anordnungen der Aebtissin widersetzte.
Am schlimmsten kommt jedoch der Canonikns nnd Pastor Wil-mius fort. Obgleich der jüngste Capitnlar, führte er in den Capitelndas große Wort und ließ keinen Andern zu Worte kommen. Alsbesonderer Günstling der Kellnerschen kam er bei Vertheilung derSpenden niemals zu kurz nnd stand seiner Freundin bei ihrerOpposition gegen die Aebtissin treu zur Seite. Als „Wein-Officiant"hatte er sich bei der Weinlese in Linz, wohin er von der Aebtissingeschickt war, große Unregelmäßigkeiten zu Schulden kommen lassenund in jeder Beziehung den Respekt gegen die Aebtissin verletzt.Auch in seinen amtlichen Funktionen werden ihm die größten Nach-lässigkeiten vorgehalten. Seinen Mitkapitnlaren, mit AusnahmeKrapols, stand er feindlich gegenüber und sollte sogar den lahmenCanonikns Kremer bedroht haben, ihn mit seiner eigenen Krücke zuschlagen. Der schlimmste Vorwurf bestand aber darin, daß er demTrünke sehr ergeben war und sich sogar 1696 in der Sakristeidergestalt betrunken haben sollte, daß er auf den Kurfürsten und dieAebtissin die gröbsten Schimpfredcn ausgestoßen habe. Es liegtvon ihm ein schriftlicher Revers vor, worin er seine Missethat ein-gesteht, dieselbe mit dem vielen Zutrinken guter Freunde zu ent-schuldigen sucht und Besserung verspricht.
Unter solchen Zuständen war das Stift Gerresheim in das18. Jahrhundert eingetreten. Ohne Zweifel sind im Laufe desselbennoch manchmal Ereignisse vorgekommen, welche ein Einschreiten dergeistlichen nnd weltlichen Aufsichtsbehörden nothwendig machten. Diehin und wieder noch im Volksmnnde vorhandenen Erzählungen vondem Leben und Treiben im Stift bestätigen, daß es eben eine frei-