weltliche Anstalt war, deren geistliche Bestimmung sich nur in denmit großer Prachtentfaltnng gefeierten Kirchenfesten, Processionen,Wallfahrten zum Gerrichsbrunnen rc. knnd gab. In seinen finan-ziellen Verhältnissen sehr heruntergekommen, (worüber Fahne infeiner Schrift „die Fahnenburg," 39 Näheres mittheilt), fristete 'das Stift sein Dasein bis in das 19. Jahrhundert, und hatte seinenBestand 9 Jahrhunderte hindurch unter manchen Wechselfällen be-hauptet. Noch am Ende des 18. Jahrhunderts hatte das Stifteinen Beweis gegeben, wie sehr die allgemeinen Landesangclegcn-heiten gegen seine vermeintlichen Sonderinteressen zurücktreten müßten,dadurch, daß es sich mit allen Mitteln der von der Landesregierungbeabsichtigten Führung der Straße von Düsseldorf nach Elberfelddirekt ans Gerresheim widcrsetzte, so daß dieselbe nördlich ansbiegendauf Grafenbcrg geführt werden mußte. Die Landstraße hätte jadie friedliche Ruhe der Stadt Gerresheim und des Stifts gefährdenkönnen.")
Im Jahre 1805 waren außer der Aebtissin noch eine Dechantinund 6 Stiftsfräulein, nebst 4 Canonichen und 6 Vicarien vorhanden.Die Einkünfte wurden, nach geringen Sätzen, noch auf 10,872Reichsthl. 32 Stüber und außerdem auf 3000 Reichst!)!, aus denWaldungen berechnet. Die Pfalzbayerische Regierung hatte dieAuflösung beschlossen unter Festsetzung von Pensionen für die Stifts-damen und Eanonichen, aber inzwischen war das Herzogthum Bergvertragsmäßig an Frankreich übergegangen, so daß die eigentlicheAuflösung erst durch den Kaiser Napoleon I. am 22. März 1806erfolgte, an welchem Tage in versammeltem Kapitel die AebtissinMaria Sophia von Schönau den vom Kaiser bevollmächtigtenfranzösischen Beamten die Schlüssel übergab. Die Aebtissin erhielteine Jahrespension von 2200 Reichst!)!., die Dechantin 1000 Reichst!)!.,jedes Stiftsfräulein 100 Carolin, jeder Canonicus 750 Reichsthl.und die 6 Vicarien zusammen 854 Reichsthl. —
*) Fahne, a. a. O.