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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
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Helm, dessen fromme Gemahlin, Erzherzogin Anna Maria vonOesterreich, ohne Zweifel sich anch das Stift Gerresheim zu Herzengenommen hat, obgleich in den hier benutzten Stiftsakten darüberkeine Angaben zu finden sind. Sie starb k689, und Johann Wil-helm, der 1690 nach dem Tode seines Vaters Kurfürst von derPfalz geworden, verheirathete sich 1691 in zweiter Ehe mit AnnaMaria Louise von Toskana, der Tochter des Großherzogs CosmoIII. von Medici. Am Hofe zu Düsseldorf entfaltete sich nun einvon mehr und mehr steigendem Luxus getragenes reges Leben,nach dem Vorbilde des Hofes Ludwigs XIV., mit einein großenHofstaate von Damen und Cavalieren und prächtig ansgestattetenFesten, welches Genußleben gewiß auch auf die Zustände im StiftGerresheim seinen Einfluß ausgcübt hat.

Zn dieser Zeit bekleidete Anna Maria von Bentinck die Aeb-tissinnenwürde. Es scheint ihr die nöthige Autorität gefehlt zuhaben, ihre Untergebenen in der rechten Zucht zu erhalten, dennschon 1696 hören wir von großen Ausschreitungen, welche im Stiftvorgefallen sind. Bei den benutzten Stiftsakten liegen im ConceptNotizen, wahrscheinlich vom Jahre 1700, in welchen sowohl derDölsokus öl üxeössus Aönöralss" als der Vergehen Einzelnergedacht ist. Es bewahrheitet sich in vollem Maße das schon einJahrhundert früher über die Mitglieder des Stifts ausgesprocheneoben erwähnte Urtheil,daß die Geistlichkeit wenig bei ihnen hass-ten wolle."

Zn den allgemeinen Ausstellungen gehören: Geschwätz undLachen der Fräulein ans dem Chor während des Singens undLesens der Gezeiten, wobei dieselben ohne das vorgeschriebene Habitin weltlicher Kleidung erscheinen und auf offenem Chor die Znspracheder Cavaliere entgegennehmen. Anch die Canoniche erscheinen inder Sakristei mit blauen oder andersfarbigen Mänteln und imKapotrock". Bei den nach altem Brauch am Weihnachtsfeste undanderen hohen kirchlichen Festen in der Sakristei verabreichten Wein-spenden waren die größten Unregelmäßigkeiten vorgekommen, indemdieselben von einigen Capitnlarendergestalt mißbraucht worden,daß sie sogar ocmasion zu angeblicher Trunkenheit und bis zu Thät-lichkeit ansartendem Zwiespalt gegeben."

Persönliche Beschuldigungen richten sich namentlich gegen dieKellnersche", ein Frl. von Spies, welche, anstatt als älteste Stifts-dame den jüngeren mit gutem Beispiel vorzngehen, gerade das