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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
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Regierung zu dieser Zeit auftraten. Herzog Johann Wilhelm waram 25. März 1609 gestorben, der letzte männliche Sproß seinesStammes. Es begannen nun die Streitigkeiten um die Erbschaft,welche in der Geschichte unter dem Namen des Jülich-ClevischenErbfolgcstreites bekannt sind und das Vorspiel zum 30 jährigenKriege waren. Die nächstberechtigten Erben, der Kurfürst JohannSigismund von Brandenburg und der Pfalzgraf von Nenburg,waren protestantisch und werden sich, als sie sich in Besitz derLande gesetzt hatten, wenig mit den Angelegenheiten des StiftsGerresheim befaßt haben, da sie die schwere Aufgabe hatten, zunächstden Besitz, der ihnen von vielen Seiten streitig gemacht wurde, zubehaupten, und später die vielleicht noch schwierigere Aufgabe, einenAusgleich der zwischen ihnen selbst ausgebrochenen Streitigkeiten her-beizuführen. Durch den Vergleich zu Xanten 1614 kam die Ver-waltung des Herzogthums Berg in die Hände des PfalzgrafenWolfgang Wilhelm von Nenburg, der 1613 convertirt war, so daßdas Land wieder unter katholischem Regimente stand. Da WolfgangWilhelm mit dem ganzen Eifer eines Nenbekehrten es sich angelegensein ließ, unter Leitung der von ihm im Lande eingeführten Jesu-iten, den Katholicismus in Berg wieder zur herrschenden Religionzu erheben und die zum Theil verloren gegangene Kirchenzucht wiederherznstellen, so liegt es wol nahe, daß auch die Angelegenheiten desStifts Gerresheim mit in den Bereich der auf dieses Ziel gerich-teten Thätigkeit gezogen worden sind. In den vorhandenen Aktensind jedoch außer den Capitulationen verschiedener Aebtissinnen, z. B.der Maria von Reuschenberg 1638, und der Clara Francisca von Spies1663, nur wenige Schriftstücke vorhanden. Aus diesen ergiebt sichjedoch, daß die Zahl der Canonissinnen, welche ja auf mindestens 4früher festgestellt war, immer vollständig, ja mitunter noch größergewesen ist, vielleicht auch eine Folge der Rückkehr vieler Avels-familien des belgischen Landes zum Katholicismus.

Der 30jährige Krieg, der in vielen Gegenden ans die vor-handenen klösterlichen Institutionen und besonders auch auf die freiwelt-lichen Stifte einen unheilvollen Einfluß mit sich brachte, scheint anGerresheim spurlos vorüber gegangen zu sein, vielleicht als eineFolge der Neutralität, welche der Pfalzgraf Wolfgang Wil-helm für seine Lande zu erlangen gewußt hatte, da er es verstand,sich mit den kriegführenden Parteien in ein gutes Verhältniszu setzeu.