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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
Seite
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Postulationen, welche geschehen wären oder noch geschehen möchten.

Den Jungfern und dem Kapitel in Gerresheim befahl er, keine s

andere als die von Manderscheid als Aebtissin anzuerkcnncn undalleAufkompston" derselben folgen zn lassen u. s. w.

Schon unter dem 10. Dezember 1591 erfolgte von Seiten derJiilich-Bergischeu Regierung ein feierlicher Protest gegen diesenan-gemaßten" Eingriff einer auswärtigen geistlichen Behörde in dielandesherrlichen Rechte. Allen Beamten, bis zum Gerichtsbotenabwärts, wurde darin anbefohlen,ernstlich daran zu sehn", daß >angemaßtem geistlichen Mandat weder Gehorsam noch Folge geleistet,auch diesfalls irgend einer auswärtigen geistlichen .lurmäietioirHebung und Exekution innerhalb des Landesgebiets weder geduldetnoch gestattet werde; ferner sollten sie darauf Acht haben,obJemand desfalls einigen ferneren Proceß verkündigen oder sonstenim Lande vermöge dieses geistlichen Mandats etwas vorznnchmenoder sonstige Exekution zu thun sich unterstehen wolle, solches hätten !sie abzuthun u. s. w.*)

Unter dem 12. Dezember 1591 erfolgte ein fernerer Protestdes Herzogs gegen die Wahl der Margaretha von Manderscheid,nebst dem Befehl an alle Beamten, die jetzige rechtmäßig postulirte -Aebtissin Guda von Winkelhansen, welche unter den 2. März 1591vom Kapitel einstimmig postulirt warfür eine Aebtissin zu halten",und sie derAufkommsten" der Abtei, sowohl bei denHalflenten",denen sie dieses mittheilen sollten, undsonst" genießen zu lassen.

Daß diese Proteste vom alten Herzog Wilhelm oder vom Jnng-herzog Johann Wilhelm ausgegangen seien, kann wohl entschieecnin Abrede gestellt werden, denn der alte Herzog ging seiner Auf-lösung mit starken Schritten entgegen, und Johann Wilhelm warbereits ebenfalls in den Zustand tiefer Melancholie verfallen, derihn ja später unfähig zur Regierung machte. Der Erlaß kann da-her auch nur von den Räthen ausgegangcn sein, welche zu dieserZeit das Heft in Händen hatten und sich zum Thcil mit allen

*) Anlage U

") Notar. Wahlprotokoll im St.-Arch. zu Düsseldorf, II. V 382 auf Per-gament. Die Wahl wurde unter Vorsitz des vom Herzoge bevollmächtigtenHofkaplaus :c. Winand Thomasius vollzogen, von den Stiftsdamen Anna undElisabeth von Loe, Helena von Heiden, Mechtildis von Cappel und den Cano-nichenJoh. Huperti, Gerhard Venneinan und Gerhard Plateanus. Als 'Notarefungirten Adam Hagen und Peter Gans ans Natingen,