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Bezug auf die Manderscheid-Geroldstein könne er nicht finden, daßdieselbe ehemalen Canonissin zn Gcrresheiin gewesen, noch vielweniger, daß sie „der gepür" znr Aebtissin crwäblt worden, llcbrigenssei cs bekannt, daß znr Zeit der Gräfinnen das Stift sowohl inspirikualibus als tsiuporaiilms merklich abgenommen und „schierznm Untergangk" gerathen sei, daß in der Kirche die oruamsutaund dergleichen verkommen, der Gottesdienst nie recht gehalten, alleswüst geworden, viele Stiftsgntcr, desgleichen viele Siegel und Briefe,samt der „kmuclabious - Ketten und Statutenbuch"") verloren, diePräbenden verkauft, Kirche, Abtei und alle dazngehörenden Gebäudebaufällig geworden und, was dessen mehr ist, „zu Schehdern ge-gangen". - Hieraus wird nun der Schluß gezogen, den gräflichenStand abzuwcisen und denselben nicht wieder znm Stift kommen zulassen, besonders auch, weil die Einkünfte des Stifts so sehr abgc-nommen hätten, daß es gräflichen Personen nicht möglich sei, indem freien weltlichen Wesen des Stifts, mit der Residenz, wie sichgebüre, sich zu erhalten, geschweige, daß die Geistlichkeit beiihnen wenig „hassten" wolle, jedoch müsse es ihnen unbenommenbleiben, neben den üblichen „Jonffern, die sich gualifieiren wollen,"den Chor mit zu verwahren.
Znr 2. Frage übergehend, ist der Verfasser des Gutachtens derAnsicht, daß dieser Ausweg zwar sowohl in Lpiritualibus als tsm-xoralibus dem Stifte und dem Lande nützlicher, und auch wolnöthig wäre, da die Translation der „Nenßer Junffern" mit Bewilli-gung des Ordinarius einmal geschehen sei; da jedoch bisher nochkeine Ordnung und kein Statut vorhanden sei, so müßten diese vor-her festgcstellt werden, um das Stift wieder in ein üblichen Stiftsbeständiges Collegium zu befördern, wie solches auch für den gräf-lichen Stand bei weitem rathsamer, nützlicher und dienlicher sei.Da sie aber aus ihrer Mitte keine zn einer Aebtissin „bequeme"Persönlichkeit hätten, und ein solches Zusammenleben viele Ursachezu Leichtfertigkeiten und Nachreden gebe und in sxirituaiilms und ksm-zmraiikus gefährlich sei, so könne er dazu nicht rathen, um so weniger,da solche freie weltliche Stifter in den Oauouiims niemals gebilligt,sondern zu axprodirsu Bedenken hcrvorgerufen.
Der 3. Fragepuukt endlich, die Umformung in ein geschlossenesKloster, wird in jeder Beziehung als der geeignetste Ausweg ange-
*) Es war das „Orüonauoisndoioli, üat ln äsr Uslrlraiugrii au 6orKst.tvn Aol>oi>äeu lox-st. S. Kessel, der sel. Gerrich, x>. 19S.