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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
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nach Brühl, wo Truchseß, der ihre Ankunft erfahren hatte, sie auf'sSchloß cinladen ließ. Da die Reisenden jedoch die Einladung wegender späten Abendstunde nicht annalnnen, schickte er ihnen kostbareSpeisen und Wein, und bat sie für den folgenden Tag zur Tafel.Hier soll es nun sehr hoch hergegangen sein, wobei bis zur Nachtwacker gezecht, gespielt und getanzt wurde. Mit Einbruch der Nachtdann Truchseß ,,viuo inüninrnatms, uinors äsMsrUaims L.-;u6t6inpost nrnita cio arnoro sno ooilocznia, tondonr aci snnrn onbieuinin,nliis vino somno<zns sepultis, peräuxit totamciuo ibi nootomsolns solnnr ckstinnit"; so erzählt uns Michael ab Isselt. ZweiWochen blieb Baron Kriechingen am Hofe zu Brühl, und der nähereUmgang zwischen Truchseß und Agnes wurde unter möglichster Be-wahrung des Geheimnisses fortgesetzt. Als dann der Baron mitseiner Gemalin die Reise nach Thüringen fortsetzte, trennte sich Agnesvon ihnen, und reiste nach Moers zur Gräfin Walpnrgis, derWitwe des 1568 in Brüssel Hingerichteten Grafen von Hoornwelche sich 1569 mit dem Grafen Adolf von Neuenahr in zweiterEhe verheirathet und diesem, nach dem 1579 erfolgten Tode ihresBruders Hermann, die Grafschaft Moers zugebracht hatte. Baldfand sich auch Truchseß bei seinem Freunde dem Grafen Adolf einund verweilte dort einige Tage, dann ging er nach Kaiserswerth,wohin ihm Agnes folgte und heimlich mehrere Wochen dort ver-borgen blieb. Nach einigen Monaten kam der Baron von Krie-chingen mit seiner Gemalin an den Rhein zurück, und Truchseß wiesihnen eine Wohnung in Bonn in der alten Kanzlei an, wo sich auchbald Agnes wieder einfand, welche nun mit dem meist in seinemSchlosse zu Poppelsdorf residirenden Kurfürsten sich fast täglich sah,bis zum Jahre 1582.

Diese Beziehungen des Kurfürsten und Erzbischofs zu derAgnes von Mansfeld, und sein intimer Verkehr mit den Häupternder protestantischen Partei am Rheine, den Grafen von Neuenahr,von Solms und den Pfalzgrafen erregte den größten Anstoß bei denKatholischen, namentlich bei den Anhängern des Herzogs Ernst vonBayern, der sich über die Bevorzugung des Truchseß bei der Wahlfür Köln noch immer nicht beruhigen konnte. Dazu kamen confessionelleKonflikte in Aachen, welche immer weitere Ausbreitung gewannen, sodaß man ernstlich auf die Unterdrückung der protestantischen Bewegungbedacht wurde, an welcher auch Truchseß nicht unbetheiligt sein sollte.Als aber nun 1582 die beiden Brüder der Agnes, Graf Hoher