seiner Majorität den Grafen Gebhard von Waldburg-Trnchseß nachdreimonatlicher Frist am 5. Dezember 1577, „einen Verderber nndFeucrbrand des Erzstifts" nach desselben Isselts kurzer Chronik. —Truchseß verdankte seine Wahl hauptsächlich den Bemühungen desGrafen Hermann von Neuenahr, der entschieden sich den Protestantenangeschlossen hatte, und derjenigen Capitnlaren, welche mehr oder.weniger zum Protestantismus hielten. Den 24. April 1578 leisteteTruchseß den vorgeschriebenen Eid und wurde dann in seiner Würdeals Kurfürst vom Kaiser und als Erzbischof vom Papste bestätigt.Bald nachher gaben seine intimen Beziehungen zur Gräfin Agnesvon Mansfeld — „eufusäam virZiuis Vastalis s lamiiia OomitumKlauslsicksusiuiir" *) — den größten Anstoß. Agnes war, wie obenerwähnt. Stiftsdame zu Gerresheim, deshalb darf hier, wo es sichum historische Aufzeichnungen aus genanntem Stift handelt, aufdiese Beziehungen näher eingegangeu werden, wobei ich den AngabenJsseltS folge.
Wenn die Erzählung des Verbältnisses zwischen Truchseß undAgnes sich in verschiedenen Schriften in ein romantisches Gewandgehüllt hat und sogar von einer gewaltsamen Entführung aus demStift spricht, wenn Agnes von Einigen sogar als Aebtissin vonGerresheim aufgeführt wird, so widerlegen sich diese Angaben schlagenddurch die obenerwähnten Aenßerungcn des Grafen Wyrich von Dhaun,wonach diese virgo Vsstaiis sich nach ihrer Aufnahme alsbald „aufden Verlauf begeben". — Im Winter 1578 kam Agnes nach Köln,um ihre Schwester zu besuchen, welche sich kur; vorher mit demBaron Peter Ernst von Kriechingen verheirathet hatte, und bliebdort mehrere Monate. Ob Truchseß dort schon ihre Bekanntschaftgemacht hat, steht nicht unbedingt fest. Auch hier mischt sich wiederdie Romantik ein, da — wie Jsselt erzählt —- ein am Hofe desKurfürsten sehr angesehener Nekromant — Hi»romautiaaus czuiäamiusiZnis Italiens, noinino 8ootus — diesem das Bild der Agnesim Spiegel gezeigt habe, worauf Gebhard in großer Liebe zu ihrentbrannt sei — eine Erzählung, die uns an die bekannte Scene inGöthe's Faust erinnert. — Andere aber, und zwar „gravss viri"wie Jsselt sagt, halten dies für eine Fabel und behaupten, daß dieDame dem Kurfürsten schon früher bekannt gewesen sei. Im Sep-tember 1579 wollte Kriechingen mit seiner Frau nach Thüringenzurück, wohin Agnes sie begleiten sollte. Gegen Abend kamen sie
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