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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
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anfalls von Zeit zu Zeit cm Geistesstörung litt, mußte die Regierungmehr und mehr den Rüthen überlassen. Nachdem auch 1575 derJungherzog und Erbprinz Karl Friedrich auf seiner italienischenReise in Rom an den Blattern gestorben war, verschlimmerte sichder Zustand des Herzogs noch mehr. Der zweite noch vorhandeneSohn Johann Wilhelm, schwach von Körper und Geist, war demgeistlichen Stande gewidmet worden und hatte 1572 nach dem TodeBernhards von Raesfeld, mit Zustimmung des Kaisers und desPapstes die Administration des BisthumS Münster übernommen.Jetzt wurde dessen Rückkehr sehr gewünscht, da die Rathe größten-theils sich zu der neuen Lehre bekannten, von deren Thütigkcit zurAnfrechthaltnng und Stärkung des KatholicismnS in den Herzog-thümern also wenig zu erwarten war. Die Zustände am Hofe zuDüsseldorf geben ein trauriges Bild, welches neuerdings Or. FelixStieve im 13. Bande der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereinsin dem Aussatze: Zur Geschichte der Herzogin Jacobe rc. aus archi-valischeu Quellen so klar dargestellt hat, worauf ich hiermit verweise.Denn nur aus derartigen Quellen können wir ein richtiges Urtheilüber die damaligen Zustände schöpfen, da alle anderen Aufzeichnungenimmer mehr oder weniger confessionell gefärbt sind, und inan genauunterscheiden muß, ob dieselben aus katholischer oder protestantischerFeder geflossen. Es war vorzugsweise der Herzog Ernst von Bayern,der schon seit 1577 sein Auge auf das Erzstift Köln gerichtet hatte,aber erst 1583 sein Ziel erreichte, welcher ans die Rückkehr JohannWilhelms hinwirkte, mit dem er wegen lleberlassung des BisthumsMünster verhandelte. Kurfürst Ernst von Köln war es auch, derdie Einleitung zur Verheirathnng Johann Wilhelms mit Jakobe vonBaden machte, welche 1585 vollzogen wurde. Daß unter solchenwichtigen Haupt- und Staatö-Actionen man sich wenig um die An-gelegenheiten des Stifts Gerresheim kümmerte, liegt ans der Hand.

Nicht minder verworren und bedenklich standen die Sachen imErzstift Köln. Dort hatte 1577 der Kurfürst und Erzbischof Salentinvon Isenburg seiner geistlichen und weltlichen Würde entsagt, umsich zu verheirathen, da er der letzte seines Stammes war. Ob-gleich der Kaiser, der Papst undomues Rrinoipss sb Ragas"für Ernst von Bayern intercedirten,*) wählte das Domkapitel in

*) So Niodasl ad Issslt, cts LsIIo Oolonisnsi sto. Oolcm. LZrinp. apucldsästrictuin Lswpsnssw. 1584.