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So war nun die Stelle wieder besetzt und die landesherrlicheRegierung hoffte, daß nunmehr ans Grund der Capitnlation allenferneren Unregelmäßigkeiten im Stift ein Riegel vorgeschoben sei.Da aber Felicitas auch Aebtissin von Herford wurde, blieb so ziemlichAlles beim Alten, und die Bedingungen der Capitnlation bliebenunerfüllt. — Die erwähnte Aufzeichnung im Staatsarchive — (inwelcher durch ein Versehen des Schreibers die Aebtissin Felicitasvon Oberstein genannt wird) sagt darüber, „sie hat noch fernerenVerlaufs gestaltet und verursacht". Eine von Mering*) mitgethcilteDarstellung nach einer anderen Handschrift giebt weiter an: „sie hatkeine neuen Canonissinnen, oder doch solche eingesetzt, welche ihrerJugend halber nit fähig, und sie also die Renten nach sich gezogenund ihres Gefallens verwenvct, die Canonici auch einen undüchtigunzüchtigen Lebenswandel geführt, den Gottesdienst nicht der Gelmernach, Chor und Frühmcß gehalten rc." Die Ermahnungen desHerzogs blieben unbeachtet, Felicitas hielt sich fast immer in Herfordauf, um diesem lästigen Beaufsichtigen durch die herzoglichen Rätheauszuweichen, und ließ die Angelegenheiten in Gerresheim unbeachtet,bis auf die Erhebung der Renten aus ihren Präbenden. Zwarbemühte sie sich, die in der Capitnlation festgesetzte Zahl derCanonissinnen zu ernennen, — wie sie später angab, — und wieauch aus einer im Repertorium des Gerresheimer Stiftsarchivsenthaltenen Angabe „Vergleich der Aebtissin von Gerresheim und derAgnes von Mansfeld über die von Letzterer zu erfüllendenPunkte bei dem Antritt ihrer Präbende, 1570" hervorgeht; daaber diese Urkunde nicht vorhanden ist, so kann ein bestimmter Zeit-hunkt über den Eintritt dieser später so bekannt gewordenen Damehier nicht festgestellt werden. Lange ist sie keinesfalls in der Präsenzgewesen, da der Graf Wyrich von Dhaun, der, wie wir später scheuwerden, zur Vertheidigung der Aebtissin Felicitas und zur WcD-,,nehiichng der Rechte derselben auftrat, 1585 den Rächen sagt: „DieAbdiß hätte dasjenige so ihr hierin auferlegt, möglichen Fleißes insWerk gestellt, indem sie erstlich Fräulein Agnes von Mausfeld zurCanonissin angenehmen, der Hoffnung, dieselbe sollte alda gebliebenund Zieh nit also in den Verlauf begeben haben."**)
Um die Angelegenheiten des Stifts in Ordnung zu bringen,beantragte 1574 der Herzog Wilhelm eine Visitation, wozu der
*) v. Mering, Gesch. der Burgen, Abteien rc. Heft 9, i>. t>1.
v. Mering, a. a. O.