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Die Reformation, deren erste» Ursprung wir ja in jenem oben-erwähnten Verfall der Kirchenzucht zu suchen haben, war auch aufdie Stifte und Klöster nicht ohne Einfluß geblieben. Stand jasogar die Aebtissin des Ursulastifts in Köln, (1535 — 1572) JnstinaGräfin von Lupfen, in dem Verdachte, im Geheimen mit den Prote-stanten zu halten, deren Auftreten in Köln zu jener Zeit so großeBesorgnisse hcrvorrief. Für diese hochadlichcn Stifte findet dieHinneigung zu der sogenannten neuen Lehre um so mehr eine Er-klärung, da um jene Zeit, mit nur wenigen Ausnahmen, namentlichhier am Rheine, ein großer Theil der Dynasten und des hohen undniederen Adels sich der Reformation angeschlossen hatten und mithinihre Töchter, welche ja die Stifte vollzählig erhalten sollten, indiesem Sinne erzogen waren.
Zu dieser Zeit, Mitte des 16. Jahrhunderts, war die GräfinAnna von Limburg Aebtissin des Stiftes Gerresheim. Da sie zugleichauch Aebtissin zu Herford war, so theilte sie ihren Aufenthalt zwischenbeiden Orten, bekümmerte sich aber mehr um das Stift Herford, sodaß bei ihrem 1565 erfolgten Tode nur noch eine einzige Stifts-dame in Gerresheim war, Felicitas, Gräfin zu Eberstein, die Schwesterdes Grafen Otto von Eberstein. Es sollte nun zur Erwählungeiner neuen Aebtissin geschritten werden. Um jedoch den Bestanddes Stiftes für die Zukunft mehr zu sicheren und Ordnung in dieVerwaltung zu bringen, veranlaßt der Landesherr, Herzog Wilhelmvon Jülich - Cleve - Berg, die Aufstellung einer Wahl-Capitnlation,welche die neue Aebtissin anzunehmen hätte Eine Notiz sagt darüber:„Als Anno 1565 Anna von Limburg Abdiß der StiffteHervorden und Gerißheim gestorben, und zur Election einer neuenAebdißinnen zu Gerrißheim geschritten werden sollte, haben Capi-tularen daselbst den 30. Aprilis 1565 beym Anwesen Chur- uudFürstlicher Gesandten (weilen damals schon ein großer Verlaufsgespüret) und vermittelst deren Zuthun sichere Punkten verglichen." —
Dem im Staatsarchiv zu Düsseldorf vorhandenen Entwurf zudieser Capitulation entnehme ich, daß die Capitularen Johann Hoedt,Pastor Johann Brandt, Johann Huperti (auch Huprechts) undHeinrich auf dem Grass in Verein mit der Gräfin Felicitas vonEberstein „Kelnersche" des freien Stiffts zu Gerresheim folgendePunkte aufstellten.
1. Die Aebtissin soll sein und bleiben der warer alter catho-lischen Religion, nach Ordnung der allgemeinen christlichen Kirchen,