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Zur Geschichte des Stifts Gerresheim
Entstehung
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in so enger Verbindung gestanden hatte"), daß sogar eine gewisse Güter-gemeinschaft Statt fand, war, wenn ich so sagen darf, mit bösem Beispielvorangegangen, und Gerresheim beeilte sich zu folgen. Aus den andäch-tigen frommen Klosterschwcstern wurden vornehme Canonissinnenohne bestimmte Ordensregel, ohne die festen klösterlichen Gelübde;die bei der Kirche angestellten Priester wurden Canonici, traten inden Genuß bestimmter Präbenden und nur zu bald entwickelte sich imLaufe weniger Jahrhunderte diese Veränderung. Im Laufe des 14.Jahrhunderts vollzog sich die gänzliche Trennung des GerresheimerStifts vom Ursula-Stifte unter der Dechantin Katharina von Rennen-berg, welche zugleich Aebtissin von Gerresheim war, und Gerresheimwurde wieder selbständig. Hier treten nun auch die näheren Be-ziehungen des Stifts zudem am 5. März 1368 zur Stadt erhobenenGerresheim auf. Die neue Stadt versah sich mit Mauern undGraben, wobei das Gebiet des Stifts berührt wurde. Eine Urkundevom 14. April 1392 ordnet das hierauf bezügliche Verhältnis derStadt zum Stift, und gewährt uns dabei einen Blick auf dieintimsten häuslichen Einrichtungen der "frmdrornvöir"""°)

Von demnach und nach eintretenden Verfalle der Zucht und Sittein der Kirche und den damit in Beziehung stehenden Anstalten bliebauch das Stift Gerresheim nicht verschont. Die Stiftsdamen,Töchter des hohen Adels, waren gewöhnlich im Genuß von Prae-benden mehrerer Stifte, zu welchen sie schon vom frühen Kindes-alter berechtigt waren. Um ihre Präsenz zu behtätigen, verweiltensic abwechselnd in denjenigen Stiftern, deren Präbenden sie genossenund in der Zwischenzeit waren sie die Zierde des geselligen Lebensan den kleinen Höfen, namentlich der geistlichen Fürsten. DieKanonichen folgten ihrem Beispiel und verzehrten die Einkünfteihrer Pfründen in den Residenzen, indem sie die ihnen obliegendenkirchlichen Pflichten durch Vikare verwalten ließen. DasVerkaufen"der Canonissinnen war auch in Gerresheim an der Tagesordnung.Da sie kein Gelübde der Ehelosigkeit abgelegt hatten, fanden sieauch häufig Gelegenheit sich zu verheirathen. So kam es denn,daß zu Zeiten die Zahl der Stiftsdamen auf ein Minimum gesunkenwar und daß die Aebtissin die Einkünfte fast allein zu ihrem Nutzenverwandte.

*) Bergt, den Aufs. v. Cardauns in Heft 26/27 der Annalen xuZ. 33. u. ff.**) Zeitsc^r. des Berg. Gesch. Vereins Vi. 84.

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