Druckschrift 
2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88

Festigkeit und Stärke gewesen zu sein scheint« Bei den Ausgrabungen fandsich übrigens noch ein grösseres Schlofs, welches vielleicht auch in seinemInnern befser und stärker beschaffen ist; zu gefährlich erschien uns das Eröff-nen, welches vielleicht die Zerstörung des Ganzen herbeigeführt haben würde.Fig. 3. a. zeigt die Bruchstücke von einem Riegelschlofse, demjenigenunter Fig. 1. dargestellten, ähnlich; jedoch in mancher Hinsicht unterschieden;es konnte erstlich dem Schlüfselloche nach, nicht mit einem Schlüfsel von derbekannten römischen Form geöffnet werden, sondern nur mit einem sogenann-ten deutschen, oder auch vielleicht französischen Schlüfsel; zweitens durftedieses Schlofs, wegen seines Schlüfsels und der Stücke Fig. 3. b. seines Schlofs-riegels, keine solche Einrichtung wie die oben gedachte haben; vielmehr ehereine sogenannte deutsche. Auch war dieses Schlofs in einer andern Richtungals das erstbeschriebene festgemacht, indem nicht nur das Kastenblech derHöhe nach genommen ist, sondern es läuft auch der Schlofsriegel, dem indas Schlofs beim Verschliefsen eingreifenden Haken des Schubriegels —Fig. 3. c. stellt denselben dar — entgegen, in die Höhe oder unterwärts, je nach-dem das Schlofs angeschlagen wurde:, wogegen bei ersterem Schlofse derSchlofsriegel mit dem Schubriegel parallel lief, und ersterer in den letzteren,in eben dieser Richtung eingriff. Vorliegender Schlofsriegel hat auch, gemäfsdes dazu gehörigen Schlüfsels, eine ganz andere Form; er ähnelt mehr den-jenigen Riegeln, welche in den heutigen deutschen Kastenschlöfsern vorkom-men, ohne deshalb den gleichen Zweck mit diesen erfüllt zu haben; denn erdient hier nur in das Falleisen des Schubriegels beim Verschliefsen des Schlofseseinzugreifen, wo ihn eine Feder mit ihrem Druck festhielt. Der Schlofskastenvon Eisenblech war aus Stücken, aber verschieden von dem erstem Schlofse,zusammengesetzt, und hatte mehr Uebereinstimmung mit den heut zu Tageüblichen Schlöfsern. Seine Gröfse beträgt nur 2" Breite und 3#' Höhe; vierNägellöcher befinden sich an seinen Ecken. Das Falleisen des Schubriegels