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2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
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Antunnacum da gelegen habe, wo wie oben bemerkt, diese römischenMauern, Strafsen an der Nette und dem Weifsenthurm entdeckt worden sind, zumal auch die Entfernung von Confluentes (Coblenz) nicht dagegen spre-chen würde. Die Lage der jetzigen Stadt Andernach berechtiget wohl zu einersolchen Vermuthung, da der Platz zu Anlegung eines Kastells sehr unzweck-mäfsig scheint; in einem Winkel, hart an steilen Bergrändern, wo kein Raumzur Bewegung ist. Dagegen erscheint die Lage der aufgefundenen zusammen-hängenden römischen Mauern und Strafsen in der Gegend des Weifsenthurmsund an der Nette, günstiger der Errichtung eines Kastells von wo aus mandie Umgegend beobachten und beherrschen konnte. Man hat von hier dieAufsicht über die ganze Fläche des rechten Rheinufers, und konnte selbst durchdie Rafselsteiner Schlucht das Kastell bei Niederbiber sehen, auch das linkeRheinufer überschauen.

Hoffmanns Ableitung des Namens Antunnacum, Antenacum, von antenacum vor der Nette gelegen lafse ich zwar auf sich beruhen, wärediese aber richtig, so könnte freilich das heutige Andernach nicht Antenacumsein, sondern miifste post nacum heifsen.

In Bafsenheim, von dem Einflufs der Nette in den Rhein eine Stunde entfernt,ist ein sehr grofser Begräbnifsplatz der Römer und Deutschen entdeckt, welchergleichfalls auf eine bedeutende Niederlafsung in dieser Gegend hinweiset. MehrereGräber daselbst habe ich öffnen lafsen und das Resultat in dem 2ten Hefteder Opferstätte und Grabhügel der Germanen und Römer am Rhein, Wies-baden 1826. 4- 2te Auflage. Seite 43 mitgetheilt. Dieser Punkt erscheintauch deshalb in historischer Hinsicht sehr wichtig, weil mit Wahrscheinlichkeit^anzunehmen ist, dafs die alte Römerstrafse von Confluentes über Rübenachnach Bafsenheim ging, und sich daselbst in zwei, vielleicht gar in drei Haupt-strafsen theilte, von welchen die Eine, die Nette unterhalb dem Netterhammeroder Mühle durchschnitt und über HofFmanns Antenacum längst dem Rheinenach Colonia Agrippina (Cöln), die Andere durch die Eifel nach Belgien führte;