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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
Entstehung
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Sachsen.

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verstand sich nun auch der Stadtrat von Dresden dazu, die unermüdlich wiederholtenAnträge Begers zur Ausführung zu bringen. Im Schuljahre 1850—51 ward dieUmwandlung der Neustädter Schule (höhere Bürgerschule seit 1803, vorher latei-nische Schule, nachweisbar zuerst 1475) in eine Realschule vollzogen und mit Ostern1851 begann die gleiche Umwandlung auch an der Annenschule (höhere Bürgerschuleseit 1828, vorher lateinische Schule, gegründet 1579)*). Beide Realschulen tratenals sechsklassige Anstalten ins Leben.

In eigenartiger Weise vollzog sich die Entstehung der Realschulen zu Plauenund Zittau. In beiden Städten bestanden neben schwach besuchten städtischen Gym-nasien **) Gewerbeschulen unter dem Patronat des Ministeriums des Innern (s. o.). Füreine Verschmelzung beider Anstalten traten die beiden Rektoren Palm und Kümmel(s. u. Gymnasien) lebhaft ein. Eine solche erfolgte in Plauen 1854, in Zittau 1855derart, daß nach hannoverschem Muster auf einem gemeinsamen Unterbau von zwei Pro-gymnasialklassen sich ein Gymnasium mit 7jährigem und eine Realschule mit 4jährigemKursus aufbaute. Man hatte die Überzeugung, „daß man ebenso den Zweck des Gym-nasiums wie den der Realschule ins Auge gefaßt und keine von beiden Schulen beein-trächtigt habe" (s. Palm, Programm des Gymnasiums zu Plauen 1854; Kümmel,Rückblicke auf die Geschichte des Gymnasiums zu Zittau, Festprogramm zur Einweihungdes Johanneums 1871). Beide Realschulen (Staatsanstalten) füllten sich schnell mitSchülern und erhielten die mit ihnen verbundenen Gymnasien, welche gleichzeitig in dieVerwaltung des Staats übergingen, lebensfähig, bis auch für diese eine bessere Zeitgekommen war.

In den industriereichen Städten Chemnitz, Glauchau, Zwickau wirkten hauptsächlichdie Gewerbevereine auf die Gründung von Realschulen hin. Nachdem diese vornehmlichinfolge der langwierigen Verhandlungen mit Ministerium und Landtag wegen Gewäh-rung von Zuschuß (vgl. Pflüger, Programm des Realgymnasiums zu Chemnitz 1883)sich einige Jahre verzögert hatte, erfolgte sie schließlich fast gleichzeitig in allen dreiStädten, in Zwickau 1857, in Chemnitz 1858, in Glauchau 1859. Bei allerVerschiedenheit im einzelnen (Chemnitz hatte 6, Glauchau 4, Zwickau nur 3 Klassen)war für diese neuen Realschulen gleichermaßen charakteristisch der enge Zusammenhangmit der Bürgerschule, mit welcher sie in gleichem Gebäude und unter gleicher Direktion— so in Chemnitz unter der von Karl August Caspari — vereinigt blieben.

So waren in einem Zeiträume von 25 Jahren (1834—1859) in Sachsen 10 Real-schulen entstanden, die zwar im allgemeinen den Standpunkt der höheren Bürgerschulefesthielten, aber in einzelnen Fächern doch schon über diese hinansgingen, zudem auchuntereinander mancherlei Verschiedenheiten zeigten. Das Ministerium glaubte daher, be-sonders auch im Hinblick auf die 1859 erfolgte Neugestaltung des preußischen Schul-wesens, nunmehr den Zeitpunkt auch in Sachsen gekommen, den verschiedenen Real-anstalten eine gleichartige Organisation zu geben, und erließ am 2. Juli 1 860 daserste Regulativ für die sächsischen Realschulen. Dasselbe war in der Haupt-sache das Werk des damaligen Geh. Schulrat vr. Gilbert, der, ebenso wieG.N.Wiesein Preußen, das hohe Verdienst sich erworben hat. unbeirrt von den Forderungen derGegner der Realschule, dieser die Bahn zu weiterer Entwicklung eröffnet und offen gehaltenzu haben. Die Aufgabe der Realschulen ist nach dem Regulativ die: „gleich den Gelehrten-schulen eine höhere allgemeine Ausbildung der männlichen Jugend zu vermitteln. Sieunterscheiden sich aber von jenen dadurch, daß sie für den näheren Dienst des Lebens

*) Die Neustädter Realschule führt diesen Namen bereits im Osterprogramm 1851.während die Annenschule erst Ostern 1852 denselben annimmt. Infolgedessen ist jene auchals „erste", diese als „zweite" Realschule bezeichnet worden. Zum erstenmal tritt diese Be-zeichnung im Haushaltplan der Stadt Dresden für 1852 auf.

**) Die Aufhebung des Gymnasiums in Plauen war bereits mehrfach erwogen worden.S. Pfretzschner, Programm des Gymnasiums zu Plauen 1849.

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