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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachsen.

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in den Oberklassen, insofern deren Pflege, soweit sie durch den Unterricht erfolgt, nichtkategorisch auf eine von sechs Lehrstunden angewiesen wird. Auch ist das vielbesprochene„griechische Skriptum" im Maturitätsexamen vorläufig beibehalten worden. Fakultativwird an den sächsischen Gymnasien in je zwei St. von II n—I das Hebräische undEnglische, in je zwei St. von IV—I das Zeichnen und in je einer St. vonIII b—II d die Stenographie betrieben. Die Ferienzeit ist auf 10 Wochen imJahre normiert; die Hauptferien finden im Sommer von Mitte Juli bis Mitte Auguststatt. Das Schuljahr beginnt durchweg zu Ostern. Nur eine Anstalt hat bis aufweiteres ununterbrochene Unterrichtszeit, sonst verteilen sich die Lektionen überall aufVormittag und Nachmittag. Doch wird dafür gesorgt, daß die Mittwoch- und Sonn-abend-Nachmittage den Schülern frei bleiben*).

Die Gewandtheit im Lateinschreiben und Lateinsprechen, welche man ehedem demsächsischen Gymnasialschüler nachrühmte, hat begreiflicherweise erheblich abgenommen, seit-dem die Realien eine so umfängliche Berücksichtigung finden und, von studierten Fach-lehrern vertreten, erhebliche Anforderungen an das Interesse wie an die freie Zeit derSchüler stellen. Immerhin dürfte noch immer — im allgemeinen zu reden — dieStärke der inländischen Gymnasien (abgesehen von der Mathematik, welche vielfach mitsehr großem Nachdruck betrieben wird) die formale Schulung in den alten Sprachen sein.Die lateinischen Extemporalia und griechischen Scripta der Abiturienten bekunden gemein-hin noch immer einen Grad von Sicherheit und der Beherrschung des Formellen, wieer vielleicht nicht überall sonst erreicht wird. Und die beiden Fürstenschulen, obgleich seit1847 bezüglich der Lehrziele den freien Gymnasien völlig gleichgestellt, erreichen beieinzelnen Schülern noch jetzt Resultate nach der bezeichnten Richtung (freie poetischeVersuche in lateinischer Sprache mit eingeschlossen), welche mit den Leistungen frühererJahrzehnte sich messen können. Die Lehrordnung von 1882 hat es sich angelegen seinlassen, den Schwerpunkt des altklassischen Unterrichts mehr nach der Seite der Lektüreund der historisch-ästhetischen Erfassung des Altertums zu rücken. Es wird sich dieseVerschiebung aber doch erst allmählich vollziehen. Ersprießlicher als jähe Systemwechselsind ja auch in pädagogischen Dingen ruhig erfolgende Übergänge. Aus den vielfachenpädagogischen Erörterungen, maßvollen wie maßlosen, welche im abgelaufenen Jahrzehntüber Gymnasialfragen, bez. die Gymnasialfrage stattgefunden haben, werden sicher auchdie sächsischen Anstalten sich ihre guten Lehren gezogen haben. Daneben hat es in dieserZeit ihnen auch an ermutigender Anerkennung nicht gefehlt, insbesondere aus den Kreisenderzeitiger und ehemaliger Schüler, und haben wiederholt selbst gegnerische Stimmendenselben zur Ehre bezeugt, daß sie in den letzten Jahrzehnten ihre Arbeit überwiegendwie mit hingebendem Eifer, so insbesondere auch herzlichem Wohlwollen gegen die ihnenMvertraute Jugend betrieben haben.

o) Die Realschulen. Das Realschulwesen hat sich im Königreich Sachsen sehrspät entwickelt. So auffällig diese Thatsache auf den ersten Blick erscheinen mag imHinblick auf die geographische Lage wie auf die frühzeitig hochentwickelte Industrie Sachsens,so findet sie doch genügende Erklärung einerseits in den trefflichen Leistungen des sächsischenVolksschulwesens, andererseits in dem Entgegenkommen, das die höh. Fachanstalten lange denAufnahmesuchenden bewiesen. An den technischen Anstalten zu Dresden, der Forstakademiezu Tharandt, der Bergakademie zu Freiberg konnte man Zulassung auf Grund einesPrivatexamens erhalten, das fast nur Fachkenntnisse erforderte **), und die jungen Leute,

*) Verschiedene Beiträge zur Geschichte der sächs. Gymnasien von 1862—1883, insbesondereder Resormperiode von 1872—1882 enthält die jüngst erschienene Biographie des hochverdientenRektors und Geh. Schulrats vr. Hugo Jlbergsch 1883), versaßt von seinem Sohne, Leipzig1885.

**) Bis 1851 resp. 1873 bestand am Polytechnikum ein Vorkursus mit 3. und 4. Klasse,iu welchem künftige Techniker mathematischen Unterricht genossen, dessen Ziele sich etwa mitdenen der heutigen Untersekunda des Realgymnasiums decken.

Pädag. Encyllopädi-. VII. 2. Aufl.

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