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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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780
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780 Sachsen.

auf. Auch für das Äußerliche der Schulen und das materielle Wohl der Lehrer hattedas Ministerium Falkensteiu (von 18521871) in reichem Maße Sorge getragen. Uniso weniger konnte die Anklage gerechtfertigt erscheinen, welche im letztgenannten Jahrevon anscheinend wohlunterrichteter Seite in Nummer 43 und 44 derGrenzboten"gegen dasselbe erhoben wurde, daß es für die Universität zwar in mehr als genügenderWeise, dagegen für die Mittelschulen nicht ausreichend Sorge getragen habe*).

Die großartigen Erfolge die deutschen Waffen 1870, die Wiederherstellung desdeutschen Kaiserthnms, die Begründung des Deutschen Reiches, der Erlaß der tief-eingreifenden Reichsgesetze über Bundesangehörigkeit, Unterstützungswohnsitz, Impfwesen,Armeeersatz rc. alles dies führte eine Umwälzung der Verhältnisse wie eine Änderungder Anschauungen herbei, von welcher auch die Schule in ihrem stillen Bereiche berührtwerden mußte. Ohne Zweifel ist alles dies zu ihrem Heile so gekommen. Zumal diehöheren Schulen der kleineren Staaten haben allen Anlaß, die große Wendung derDinge zu segnen, welche mit 1871 durch Gottes Gnade für Deutschland eingetreten ist.Wie hat sich seitdem für dieselben das Gesichtsfeld erweitert, für jeden Einzelnen dasStrebeziel hinansgerückt! Wie sehr ist der Sinn für Ordnung und Disciplin, dasNationalgefühl, die Vaterlandsliebe durch das, was sich wie ein Wunder vor unserenAugen vollzogen hat, gestärkt worden, dazu auch der gesunde Realismus, der lieber denThatsachen fest ins Auge sieht, als daß er in unfruchtbaren Träumereien dahindämmert!Aber leicht und bequem hat sich die Ausgestaltung des jungen Reiches ja wahrlich nichtvollzogen und von den harten Wehen, unter welchen dessen Geburt sich vollzog, wie denKrankheitserscheinungen, welche nach ihr hervortraten, ist ja auch Sachsen nicht unberührtgeblieben. Eine besonders schwere Aufgabe hatte daher die Unterrichtsverwaltung, d. h.das Ministerium v. Gerber (s. oben) von 18711885 zu lösen. Fassen wir dasGeleistete in kurzem Überblick zusammen.

Zuvörderst waren dem Reiche gegenüber zum Behufe der Erlangung derBe-rechtigungen" für die inländischen Anstalten manigfache Verständigungen nötig. Seit1872 besteht zu diesem Behufe die zweimal im Jahre zusammentretende Reichsschul-kommission, welcher auch ein Beauftragter Sachsens als ständiges Mitglied angehört.Eine wertvolle Errungenschaft war, daß Preußen die Prüfungszeugnisse der LeipzigerUniversität 1875 als gleichwertig mit den von preußischen Universitäten ausgestelltenanerkannte und Sachsen vies verso, die preußischen Zeugnisse. Diesem Kartel giengenverschiedentliche Verständigungen voraus, welche zu kleinen Modifikationen des Bestehen-den führten. Das Prüfungsregulativ für Kandidaten des höheren Schulamts von 1848wurde am 6. August 1875 durch ein wesentlich umgestaltetes ersetzt, welches weiterhinnoch (bis zum Februar 1882) durch vier Nachträge ergänzt, bez. abgeändert worden ist.

Die Zahl der Gymnasien hat sich zunächst 1868 durch Gründung des Gymnasiumszu Chemnitz auf zwölf und seitdem auf sechzehn erhöht durch drei Neugründungen(die königlichen Gymnasien in Dresden und Leipzig 1874, bez. 1880, das WettinerGymnasium in Dresden 1879) und die Umwandlung einer Realschule in ein Gym-nasium (Wurzen 1882)**). Von diesen sechzehn ist eines eine Stiftnngsschule, dasVitstlmmirmum, sind vier städtisch, die übrigen elf Staatsanstalten, nur daß einzel-nen Kommunen auf Grund der abgeschlossenen Recesse kleine Reste des Patronatsrechtes

*) Eine 1872 erschienene Replik des Ministeriums wies daraus hin, daß die Regierungim Budget von 187071 231 ISO M. für Gymnasien und Realschulen verlangt habe, fürsämtliche Anstalten dieser Art im Lande aber einschließlich der nicht-staatlichen im Jahre >870I 359 736 M. ansgeworfen worden seien. Sie giebt n. a. auch an, daß die in Betracht kom-menden Schulen zur Zeit 353 Lehrer und 6502 Schüler zählten, ca. 200 Abiturienten jährlichzur Universität entließen, somit in allen diesen Stücken anstatt des behaupteten Stillstandes,bezw. Rückgangs sich ein erfreulicher Fortschritt bemerklich mache.

**) Eines (das in Plauen) ist mit einem Realgymnasium verbunden. Die in Sachsenvorhandenen Progymnasien umfassen nur die Klassen VIIV.