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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Religionsunterricht in höheren Schulen.

lichen Heilslehre, weil dadurch die Ahnung in den Schülern erwachsen soll, daß diechristliche Lehre auch deduktiv wissenschaftlich gegeben werden kann. Die meisten Lehr-bücher für den evangelischen Religionsunterricht bieten daher auch einen Abriß der christ-lichen Glaubens- und Sittenlehre, und in der That kann dieselbe bei richtiger Behand-lung von höchstem Werte sein und zur Befestigung der gewonnenen religiösen Überzeugungin außerordentlichem Maße beitragen. Hier ist Gelegenheit geboten, bisher vereinzeltgegebene Lehrmomente zusammenzufafsen und manche Fragen zu besprechen, für derenErörterung sich sonst keine geeignete Stelle findet. Zur festen Begründung einer Über-zeugung ist kaum etwas anderes so sehr geeignet, wie eine zusammenhängende Dar-stellung der Glaubenslehre, in welcher auch die Sittenlehre erst ihr rechtes Fundamenterhält, und es ist zu Gunsten derselben eher der kirchengeschichtliche Unterricht zu be-schränken. Die Schule wird zwar einen Überblick über die Geschichte der christlichenKirche geben müssen, aber der Gewinn aus derselben ist nicht groß, und man thut gut,nur einzelne Perioden ausführlicher zu behandeln und in diesen besonders die bedeuten-den Persönlichkeiten hervorzuheben. Dieselbe, wie es in einzelnen Lehrbüchern, z. B. indem konfessionell-lutherischen von Leimbach geschieht, bereits in die Sekunda zu legen,oder etwa auf die Sekunda oder Prima zu verteilen, ist nicht ratsam, da schon die Ver-bindung mit der Geschichte auf die Prima hinweist, deren Pensum die mittlere undneuere Geschichte ist.

Was die dem Religionsunterricht zu widmende Zeit betrifft, so dürfte die in denneuen preußischen Lehrplänen vom 31. März 1882 demselben bestimmte Stundenzahlgenügen, ja es würde selbst kein wesentliches Bedenken erregen, dieselbe auch in Sextaauf zwei herabzusetzen. Unter Voraussetzung dieser Stundenzahl empfiehlt es sich, denUnterrichtsstoff in folgender Weise auf die einzelnen Klassen zu verteilen:

Sexta. 3 Stunden. Biblische Geschichte des Alten Testaments. Bei Gelegenheitder drei großen Feste werden die betreffenden Erzählungen des Neuen Testaments durch-genommen. Das erste Hauptstück wird mit den Erklärungen Luthers und den notwen-digsten dazu gehörigen Sprüchen gelernt und kurz erläutert. Erlernung von acht Kirchen-liedern. — Quinta. 2 Stunden. Biblische Geschichte des Neuen Testaments. Daszweite Hauptstück wird mit den Erklärungen Luthers und den dazu gehörigen Sprüchengelernt und kurz erläutert. Erlernung von sieben Kirchenliedern.— Quarta. 2 Stun-den. Erlernung der Reihenfolge der biblischen Bücher und des dritten Hauptstücks. Er-klärung des ersten und dritten Hauptstücks und Erlernung der dazu gehörigen Sprüche.Lektüre des Ev. Matthäi mit teilwciser Erlernung der Bergpredigt. Psalm 1, 23, 90und 139 werden gelesen und teilweise gelernt. Erlernung von sechs Kirchenliedern. —Untertertia. 2 Stunden. Erlernung des vierten und fünften Hauptstücks. Lektüreund Erklärung ausgewählter Abschnitte aus dem Alten Testament. Bei der Auswahlder zu lesenden Abschnitte ist der Gesichtspunkt festzuhalten, daß den Schülern nicht nurdie Geschichte des alten Bundes, sondern auch das religiöse Leben in demselben an-schaulich werde. Es hat sich also in letzter Beziehung die Auswahl auch auf die wich-tigsten Psalmen und einzelne Abschnitte aus den Propheten zu richten. Übersicht überdie Geographie von Palästina. Erklärung des zweiten Hauptstücks und Erlernung derdazu gehörigen Sprüche. Kurze Darstellung des christlichen Kirchenjahres. Erlernungvon sechs Kirchenliedern. — Obertertia. 2 Stunden. Das Leben Jesu nach denvier Evangelien. Die meisten Abschnitte derselben, vorzüglich die Bergpredigt und dieGleichnisse werden gelesen und erklärt, einzelne gelernt. Erklärung des vierten und fünftenHauptstücks und Erlernung der dazu gehörigen Sprüche. Abriß der Reformatious-geschichte. Erlernung von sechs Kirchenliedern. — Unter-Sekunda. 2 Stunden. Lektüredes Evangeliums Marci oder Lucä. Geschichte der alttestamentlichen Theokratie im Anschlußan die Lektüre ausgewählter Abschnitte ans dem Alten Testament und in Verbindungmit einer Einleitung in die Bibel und die einzelnen Schriften des Alten Testaments. —Ober-Sekunda. 2 Stunden. Lektüre der Apostelgeschichte. Geschichte des Reiches